Zinsswap

Zinsswap – Was genau ist das?

Ein Zinsswap stellt den Tausch von Zinssätzen dar, wobei meistens die variablen Zinssätze in feste Darlehenszinssätze umgewandelt werden. Es kann außerdem zur Absicherung von Währungsschwankungen genutzt werden.

Es stellt somit ein Finanzinstrument dar, mit dessen Hilfe sich die Kreditnehmer auf eine bestimmte Zeit gegen mögliche Zinserhöhungen absichern können. Der Kreditnehmer geht mit seiner Hausbank Tausch ein, welcher sich so gestaltet, dass er einen einst variablen Kreditzins mit einem festen Zinssatz absichert.

Wie funktioniert ein Zinsswap?

Der Zinsswap wird meist bei Darlehen ausgeführt, dessen Darlehenssumme mehrere Millionen Euro betragen. Bei einer solch hohen Summe haben selbst die kleinsten Zinsveränderungen schon große Auswirkungen. Mit dem Zinsswap können die Kreditnehmer verlässlicher planen, da sie mit der Bank statt des variablen Zinses einen festen Zinssatz vereinbaren, welcher sich natürlich berechnen lässt. Der feste Zinssatz wird meist für eine Dauer von drei bis fünf Jahren vereinbart, was sich die Bank durch einen etwas über dem Marktwert liegenden Zinssatz bezahlen lässt. Der Kreditnehmer kann also über diese Zeit sehr beruhigt planen und hat keine bösen Überraschungen zu erwarten.

Diese Form des Zinsswaps bezeichnet man auch als Plain Vanilla Swap.

Vorteil bei Banken?

Die Banken spekulieren natürlich auf eine Zinsentwicklung zu ihren Gunsten. Wenn die Zinsen also weit nach Unten gehen, dann macht die Bank in diesem Fall auch einen Gewinn. Durch die Vergabe des festen Zinssatzes liegt es auch in ihrer Hand, welches Risiko er eingeht. Die Bank legt den Zinssatz fest und kann hier auch schon etwas spekulieren.

Welche Arten von Zinsswap gibt es?

Es gibt zwei Arten von Zinsswaps, den währungsreinen und nicht währungsreinen Swap.

Bei einem währungsreinen Swap wird das Kreditgeschäft in ein und dergleichen Währung abgewickelt. Der schon oben genannte Plain Vanilla gehört zum Beispiel zu diesem währungsreinen Swap. Falls Sie einmal Variabel-Variabel-Tausch oder Constant Maturity Swap hören, dann handelt es sich dabei auch um währungsreine Swaps. Hierbei wird jedoch nicht in einen festen Zinssatz eingetauscht, sondern in einen anderen variablen Zins, jedoch mit langfristiger Entwicklung, was ihn stabiler macht.

Es gibt noch ein weiteres währungsreines Swap, welches EONIA-Swap genannt wird. Beim EONIA-Swap wird ein Tagesgeldsatz gegen einen festen Zinssatz eingetauscht. Die Auszahlung erfolgt hierbei jährlich.

Nun noch ein paar Worte zum nicht währungsreinen Swap. Als Beispiel wäre hier der Cross Currency Swap zu nennen. Hierbei treten zwei verschiedene Währungen auf. Es kann beispielsweise eine Zinszahlung in USD gegen eine Zinszahlung in Euro umgewandelt werden.

Ein Quanto Swap hingegen lässt nur Auszahlungen in einer Währung zu, jedoch ergeben sich die Berechnungen der Zinssätze aus verschiedenen Währungen.

Fazit

Wenn man es genau betrachtet, dann gehen beide Parteien eine Wette ein, wenn sie einen Zinsswap vereinbaren. Die Partei, welche die Zinsentwicklung besser voraussieht, ist der Gewinner. Da es bei den Banken aber Spezialisten für dieses Gebiet gibt, die sich täglich mit der Zinsentwicklung auseinander setzen, stehen die Karten eindeutig für die Bank besser.