Wechselkredit

Wechselkredit – Was ist das?

Der Wechselkredit, auch Handelskredit genannt, bezeichnet einen Kredit, der vorzugsweise im geschäftlichen Bereich Anwendung findet. Er wird genutzt, um Waren oder Dienstleistungen zu finanzieren.

Der Lieferer als Wechselaussteller gewährt dem Käufer als dem Bezogenen einen Kredit über die Laufzeit eines Wechsels. Dies ist in der Regel ein Zeitraum von 3 Monaten. Während dieser Wechsellaufzeit kann der Käufer mit dem Wechsel finanzierte Waren verkaufen und aus dem Erlös am Ende der Laufzeit den Wechsel wieder einlösen.

Der Lieferer wiederum kann den Wechsel an seine Bank verkaufen, um wieder liquide Mittel zur Verfügung zu haben. Hierdurch gewährt die Bank dem Lieferer durch den Ankauf dieses Wechsels einen Wechseldiskontkredit.

Welche Daten muss ein Wechsel enthalten?

Ein Wechsel wird in Form einer Urkunde ausgestellt. Er muss den Namen des Wechselnehmers beziehungsweise Begünstigten, das Ausstelldatum, den Ausstellort, die Bezeichnung „Wechsel“ auf dem Dokument in der jeweiligen Ausstellungssprache, den Zahlungsort, den Namen und die Unterschrift des Bezogenen, die Zahlungsanweisung an eine bestimmte Summe und das Fälligkeitsdatum enthalten. Nur dann ist der Wechsel gültig. Das Ausstelldatum und das Fälligkeitsdatum weichen typischerweise voneinander ab. Mit der Ausstellung des Wechsels wird dem Bezogenen ein Kredit eingeräumt.

Vorteile des Wechselkredits

Bei dieser Finanzierungsart liegt der Vorteil darin, dass die Schuldzinsen als Betriebsausgaben geltend gemacht werden können und somit die Einkommensteuer oder Körperschaftssteuer mindern.

Nachteile des Wechselkredits

Der Nachteil des Käufers liegt darin, dass er keine Möglichkeit hat, Skonto abzuziehen. Er kann dem aber entgehen und zwar durch die Scheck-Wechsel-Ziehung. Hierbei wird der Lieferer vom Käufer mit einem Scheck unter Abzug von Skonto bezahlt und gleichzeitig stellt der Lieferer einen Wechsel an eigene Order aus, welche der Käufer akzeptiert. Vorteil für den Käufer ist hierbei, dass er Skonto in Anspruch nehmen kann, da er einen relativ günstigen Diskontkredit gewährt bekommt.

Ein weiterer Nachteil ist, dass Zinsen zu zahlen sind, unabhängig von der Ertragssituation des Unternehmens.

Zudem kann auch ein zu hoher Fremdkapitalanteil im Unternehmen zu einer unerwünschten Einflussnahme des Kapitalgebers auf die Unternehmenspolitik bedeuten.

Wer nutzt Wechselkredite?

Ursprünglich wurden Wechselkredite benutzt, um Lieferantenrechnungen zu bezahlen. Dies findet jedoch kaum noch Anwendung. Vielmehr spielt diese Kreditform Anwendung im Auslandsgeschäft. Für Banken ist der Wechselkredit besonders aufwendig, da er nicht maschinell verarbeitet werden kann.

Für Gewerbetreibende bietet der Wechsel aber durchaus auch positive Seiten. So kann ein Käufer seinen Lieferanten einen Wechsel mit 90 Tagen ausstellen. Hat dieser wiederum auch noch offene Rechnungen zu begleichen, kann er den Wechsel an seine Lieferanten abtreten, durch einfachen Vermerk auf der Urkunde. Somit wird sichergestellt, dass der Lieferant am Fälligkeitstag seine Forderung erhält. Somit stellt der Wechselkredit auch eine Art Absicherung des gegebenen Zahlungsziels dar.