Wechseldiskontkredit – Was ist das genau?

Der Wechseldiskontkredit hat im Laufe der Zeit an Bedeutung im Finanzierungsbereich verloren.

Er wird bei kurzfristigen Finanzierungsformen angewendet, bei welchem der Kreditnehmer an den Gläubiger einen Wechsel für seine Verbindlichkeiten ausstellt.

Ablauf bei einem Wechseldiskontkredit

Bei einem Wechseldiskontgeschäft kauft eine Geschäftsbank einen Wechsel auf und der Verkäufer des Wechsels erhält im Gegenzug von der Bank den Wechselbetrag, abzüglich Zinsen und eventuell anfallender Bankgebühren ausbezahlt. Die Bank wird den Wechsel dann weiter an die Zentralbank geben, welche der Bank wiederum das Geld zu einem günstigen Zinssatz auszahlt. Man bezeichnet diesen Vorgang auch als Rediskontierung oder Rediskont des Wechsels. Hierfür müssen jedoch auch gewissen Voraussetzungen erfüllt sein. Die erste Voraussetzung lautet, dass der Wechsel auf einen Unternehmer ausgestellt ist, welcher zahlungsfähig ist, sprich eine gute Bonität besitzt. Zweite Voraussetzung ist, dass die Restlaufzeit des Wechsels bis zum Vorlagetermin maximal drei Monate beträgt. Viele Banken haben nur die Wechsel angenommen, bei denen sie wussten, dass diese ebenfalls von der Bundesbank akzeptiert wurden und sie dadurch ihr Geld bekommen haben.

Welche Bedeutung hat der Wechsel im heutigen Zahlungsverkehr?

Auch wenn die Häufigkeit des Wechsels als Zahlungsmittel im Handel abgenommen hat, so wird dieses Thema dennoch bei angehenden Bankkaufleuten und Handelskaufleuten in der Berufsschule unterrichtet, damit diese die gesetzlichen Bestimmungen des Wechselgeschäfts auch kennengelernt haben.

Das Wechselgesetz wurde letztmals 2015 geändert und bezieht sich mittlerweile mehr als theoretisches Zahlungsmittel. Gründe für das Nachlassen des Wechsels als Zahlungsmittel sind die folgenden:

Das Wechselgesetz hat sehr hohe Anforderungen was das Ausstellen und die Form es Wechsels angeht. Das führt nun dazu, dass der Wechsel als Zahlungsmittel nicht elektronisch verarbeitet werden kann, was heutzutage schon ganz normal geworden ist. Weiterhin gelten auch beim Weitergeben des Wechsels strenge Vorgaben. Da heute alles automatisiert abläuft, gestaltet sich der Wechsel als eher unpraktisch.

Ein weiterer Grund des Rückgangs liegt in der Europäischen Zentralbank, da diese keine Wechsel ankauft, was bei den Banken dazu führt, dass diese die angenommen Wechsel nicht zum Rediskont weitergeben können. Damit die Banken nicht auf den Wechseln sitzen bleiben, vergeben sie erst gar keine Wechseldiskontkredite mehr.

Wie sieht es in anderen Ländern mit dem Wechseldiskontkredit aus?

Nicht nur in Deutschland wurde der Zahlungsverkehr überwiegend auf elektronische Abwicklung umgestellt. Auch viele andere Länder haben diese Automatisierung bereits implementiert und somit zählt in diesen Ländern der Wechsel ebenfalls nicht mehr zu den gängigen Zahlungsmitteln. Sie können Wechselkredite allenfalls noch in den Schwellenländern finden, welche ihre Bankgeschäfte noch nicht vollautomatisiert durchführen. Der Wechsel wird aber früher oder später auch in diesen Ländern an Bedeutung verlieren, denn die Automatisierung des Zahlungsverkehrs wird in allen Ländern irgendwann einmal ganz normal sein.