Wandelschuldverschreibung

Wandelschuldverschreibung – Was ist das genau?

Wandelschuldverschreibungen werden kurz auch Wandelanleihe oder Wandelobligation genannt. Hierbei gibt der Käufer der Wandelanleihe dem Erwerber der Anleihe einen Kredit. Das bedeutet, dass die Wandelschuldverschreibung erst einmal nur Fremdkapital darstellt.

Arten von Wandelschuldverschreibungen

Die folgenden Wandelanleihen werden Ihnen auf dem Finanzmarkt begegnen:

Vanille-Wandelanleihe

Die Vanille-Wandelanleihe stellt die einfachste konvertierbare Struktur der Wandelanleihe dar. Der Inhaber der Anleihe hat das Recht in bestimmte Aktien zu konvertieren. Hierbei wird im Vorfeld ein bestimmter Tauschpreis festgelegt, welcher bei der Konvertierung angewendet wird. Während der Laufzeit der Anleihe können Sie regelmäßige Zahlungen anbieten. Des Weiteren wird Ihnen ein festes Fälligkeitsdatum gegeben, wenn der Nominalwert der Wandelanleihe vom Inhaber einlösbar ist. Dies stellt die häufigste in Anspruch genommene Wandelform dar. Es liefert Ihnen das asymmetrische Renditeprofil sowie die positive Konvexität. Ist der Zeitpunkt der Fälligkeit eingetreten, dann kann der Anleger entweder in Aktien tauschen oder aber die Rückzahlung auf Parität verlangen, je nach Höhe des Aktienkurses.

Mandatory Wandelanleihe

Diese Wandelanleihe ist eine gemeinsame Form des Vanille-Subtyps, welcher besonders in der USA vertreten ist. Die Mandatory-Wandelanleihe zwingt den Inhaber in Aktien umzuwandeln, wenn der Fälligkeitstermin eingetreten ist. Daher rührt auch der Begriff „Mandatory = Pflicht“ – Wandelanleihe. Diese Art von Wertpapier trägt oft 2 Preise. Der erste Umwandlungspreis begrenzt den Preis, in welchem der Anleger der Gegenwert unter dem Preis des Nennwertes der Aktie bekommen würde. Der zweite Preis ist eine Abgrenzung nach oben und zwar grenzt er den Preis ab, welchen der Anleger über dem Nennwertpreis bekommen würde. Der Anleger erleidet einen Kapitalverlust, wenn der Aktienpreis unter dem ersten Wandlungspreis liegt. Man kann Mandatory Wandelanleihen mit einem Verkauf von Wertpapieren vergleichen.

Reverse Wandelanleihe

Dies ist eine weniger verbreitete Form der Wandelanleihe, welche meist künstlich erzeugt wird. Fällt der Aktienkurs unter den Wandelpreis, kann der Anleger die Anleihe nicht mehr zum Nennwert der Aktie einlösen. Man beschreibt dies auch als Knock-In-Short-Call-Option des Umwandlungspreises. Man kann diese negative Konvexität meist durch eine hohe reguläre Couponzahlung ausgleichen.

Wie erfolgt die Ausgabe der Wandelanleihen?

Die Ausgabe von Wandelanleihen erfordert einen Beschluss der Aktiengesellschaft in deren Hauptversammlung mit mindestens dreiviertel Mehrheit. Dies regelt §221 I AktG. Jedem Aktionär steht dann ein Bezugsrecht auf die Wandelschuldverschreibung zu, welches jedoch wieder durch dreiviertel Mehrheit in der Hauptversammlung durch Beschluss ausgeschlossen werden kann.

Welche Vorteile hat eine Wandelschuldverschreibung?

Für das ausgebende Unternehmen ermöglicht die Wandelschuldverschreibung die Aufnahme von Fremdkapital zu günstigen Bedingungen. Zunächst ist die Ausgabe der Wandelschuldverschreibungen steuerlich auch günstiger. Damit ein Unternehmen den gleichen Betrag als Dividende ausschütten kann, muss das Unternehmen (unter Berücksichtigung aller Steuern) mehr aufbringen, als bei einer Zahlung von Zinsen auf die Anleihe.

Für den Anleger bietet sich durch die Wandelschuldverschreibung die Möglichkeit an Kursgewinnen der Aktien teilzuhaben. Ein Anleger kann zusätzliche Gewinne erwirtschaften, wenn er von seinem Wandelrecht Gebrauch macht und Aktien verkauft. Wenn sich die Wirtschaft in einem Abschwung befindet oder stagniert, dann übt man das Wandelrecht nicht aus. Somit erhält der Anleger weiter die vertraglich vereinbarten Zinsen und hat auch Anspruch auf die Rückzahlung des Nennwertes. Der Anleger kann innerhalb der Umtauschfrist selbst entscheiden, wann er sein Wandelrecht ausübt.