Treuhandkredit

Treuhandkredit – Was versteht man darunter?

Bei dieser Kreditform liegen, im Vergleich zu anderen Kreditarten, gleich drei Parteien vor. Der Treuhandkredit ist eine Kreditart, welche über einen dritten Akteur durchgeführt wird. Die Bank tritt hierbei nur als Vermittler bzw. als Treuhänder auf und muss das Kreditrisiko nicht selbst tragen. Sie sorgt lediglich dafür, dass der Kredit ordnungsgemäß abläuft. Der Treuhandkredit ist auch als durchlaufender Kredit bekannt, da der Treuhänder den Kredit nicht vergibt sondern nur den Ablauf leitet.

Welche Parteien sind im Treuhandkredit involviert?

Die erste Partei stellt der Treugeber dar. Dieser stellt das Kapital zur Verfügung. Hierbei fungiert der Staat meist als Quelle. Ein bekannter Geldgeber ist hier zum Beispiel die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Die zweite Partei ist der Treuhänder. Dieser sorgt für eine ordnungsgemäße Abwicklung des Kreditgeschäfts. Er zieht fällige Raten und Zinsen ein und leitet diese an den Treugeber weiter.

Als dritte und letzte Partei ist der Kreditnehmer zu nennen. Dieser hat das Geld wie bei einem gewöhnlichen Kredit zu beantragen. Der Kreditnehmer kann sowohl eine Privatperson als auch ein Unternehmen sein.

Wer vergibt Treuhandkredite?

Fast alle Banken bieten in Deutschland die Eröffnung von Treuhandkrediten an. Besonders die Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken sind für einen guten Service hierbei bekannt. Diese beiden Banken haben einen sehr hohen Bekanntheitsgrad in der Gesellschaft und erweitern dadurch ihr Portfolio. Einige Banken bieten Treuhandkredite in Verbindung mit anderen Kreditformen an. Bei künftigen Immobilienbesitzern ist es beispielsweise möglich, ein Immobiliendarlehen hinzufügen zu lassen. Bei dieser Variante profitiert der Treuhänder bzw. das Kreditinstitut zusätzlich an der klassischen Kreditbereitstellung und hat damit einen neuen Kunden gewonnen.

Vorteile des Treuhandkredites

Für den Treuhänder liegt der Vorteil auf der Hand. Er hat absolut kein Risiko zu tragen, da er für fremde Rechnung handelt. Er haftet lediglich für die Weiterleitung der Kreditleistung und die technische Abwicklung des Kredites. Für Banken ist dies besonders komfortabel, der der Kredit von ihnen nur verwaltet wird. Die eigenen Mittel der Bank werden hierbei nicht belastet, da der Treugeber der Geldgeber ist.

Auch der Treugeber hat gewisse Vorteile hierbei. Er muss keine eigenen Verwaltungsressourcen aufbringen. Die Verwaltungsgebühren sind so hoch, dass es sich sogar lohnt, wenn er die Haftung des Kredites übernimmt und die Gebühren an den Treuhänder zahlt.

Natürlich hat auch der Kreditnehmer einen Vorteil. Die Konditionen eines Treuhandkredites liegen weit unter den Konditionen der marktüblichen Zinsen. Dies lohnt sich dann für ihn natürlich.

Verwendung von Treuhandkrediten

Der Verwendungszweck eines Treuhandkredites muss schon im Vorfeld festgelegt werden und wird vom Treugeber vorgeschrieben. In den meisten Fällen stammen die Fördermittel aus Förderprogrammen mit sozialpolitischem oder gesamtwirtschaftlichem Hintergrund. Als Beispiele sind hierbei Energiesparmaßnahmen wie Photovoltaikanlagen, Familienförderungen oder Wohnungsbauförderungen zu nennen.