Solawechsel – Was versteht man darunter?

Als Solawechsel, oder auch eigener Wechsel genannt, bezeichnet man ein bindendes Versprechen des Ausstellers, dass er diesen an einem bestimmten Tag, welcher wiederum im Wechsel festgeschrieben wurde, zu einer gewissen Geldsumme an einen Wechselnehmer zurückzahlt. Der Wechsel lautet somit nicht auf einen Dritten als Bezogener, sondern der auf den Namen des Ausstellers bezogen ist. Somit kann der Aussteller die Zahlung an den Gläubiger tätigen. Der Aussteller ist somit gleichzeitig Schuldner.

Aus oben genannten Gründen kommen die Vorschriften des Wechselgesetzes über die Annahme des Wechsels auch nicht zur Anwendung. Er unterliegt aber dennoch §§ 75 ff Wechselgesetz.

Was ist in §§ 75 WG geregelt?

Im Folgenden werden die juristisch notwendigen Bestandteile des Solawechsels kurz genannt:

  • Bezeichnung des Wechsels im Text der Wechselurkunde, in der Sprache, in welcher sie ausgestellt wurde
  • Das unbedingte Versprechen eine bestimmte Kreditsumme zu zahlen
  • Angabe der Verfallzeit
  • Angabe des Zahlungsortes
  • Namen der Person, an welchen oder an dessen Order gezahlt werden muss
  • Ausstellungtag und Ausstellungsort
  • Unterschrift des Ausstellers

Vergessen Sie auf dem Wechsel die Verfallzeit zu notieren, dann handelt es sich nicht mehr um einen Solawechsel, sondern nun um einen Sichtwechsel. Dies hat Einfluss auf die Zahlung, denn diese muss geleistet werden, wenn der Wechsel vorgelegt wird.

Das Gesetz gibt hier genau vor, welche Angaben auf dem Wechsel enthalten sein müssen, um als Solawechsel zu gelten. Fehlt eine der oben genannten Angaben, verliert das Dokument sein Wechseleigenschaft und der Eigentümer verfügt über ein gewöhnliches Schriftstück.

Warum benutzt man Wechsel und was hat es mit der Wechselstrenge auf sich?

Der Wechsel rührt aus der Historie heraus und war früher ein sehr wichtiges Finanzierungsinstrument. Mit Hilfe eines Wechsels wurden viele Handels- und Kreditgeschäfte getätigt, da man damit immer abgesichert war. Wichtig war und ist jedoch die Güte des Wechsels und der Vertrauenswürdigkeit seiner Unterschriften. Es besteht eine Verpflichtung einen Wechsel als Zahlungsmittel anzunehmen, denn er ist kein gesetzliches Zahlungsmittel. Er hilft Ihnen jedoch immer ein Geschäft abzusichern. Nicht nur durch die Absicherung rechtlicher Ansprüche erhält der Gläubiger weitere Sicherheiten, vielmehr auch durch die Wechselstrenge.

Wechselstrenge bedeutet, dass der Wechsel zu Protest geht, wenn die Verpflichtungen aus dem Wechsel nicht erfüllt werden. Geht ein Wechsel zu Protest, dann führt dies dazu, dass der Gläubiger sehr schnell einen vollstreckbaren Titel bekommen kann und Pfändungen ins Haus stehen würden.

Auch wenn der Wechsel kein gängiges Zahlungsmittel mehr ist, so kann es durch die Wechselstrenge und damit verbundenen Einschränkungen von Einwendungen dennoch interessant sein, einen Solawechsel als Sicherheit für einen Kreditvertrag abzuschließen.