Rembourskredit– Was ist das genau?

Ein Rembourskredit ist ein kurzfristiger Außenhandelskredit, welcher eine Sonderform des Akzeptkredites darstellt. Grundlage des Rembourskredites ist ein grenzüberschreitender Warenhandel, bei welchem der Importeur, der Exporteur und die Remboursbank beteiligt ist. Der Exporteur zieht auf seiner Bank, der Remboursbank, eine Zieltratte, welche dann den Wechsel im Auftrag und für Rechnung der Importbank gegen die Einreichung der Dokumente akzeptiert und diskontiert. Unterlagen sind hierbei Fracht- und Versicherungspapiere und eventuell auch Rechnungen oder entsprechende Zertifikate über das Gewicht und die Qualität der Waren.

Ablauf des Rembourskredites

Als erstes wird ein Kaufvertrag zwischen einem Importeur und einem Exporteur abgeschlossen. Dann gibt der Importeur seiner Importbank den Auftrag, einen 90-Tage-Rembourskredit zu Gunsten des Exporteurs zu eröffnen. Im nächsten Schritt eröffnet die Importbank ein Dokumentenakkreditiv über eine deutsche Bank und bittet diese, den auf sie gezogenen Wechsel des Exporteurs zu akzeptieren. Dann geht die Akkreditiv-Eröffnungsanzeige der Remboursbank an den Exporteur, welcher im nächsten Schritt die Ware an den Importeur versendet. Der Exporteur zieht dann auf die Remboursbank eine 3-Monate-Sichttratte und reicht diese zusammen mit den Dokumenten zur Akzeptierung ein. Die Remboursbank akzeptiert den Wechsel und diskontiert diesen zu Gunsten des Exporteurs. Dann schickt die Remboursbank die Dokumente an die Importbank und teilt dieser die Akzeptierung mit. Die Importbank wiederum gibt die Dokumente an den Importeur weiter, damit dieser die Papiere zur Ware geben kann. Ist das Akzept fällig, belastet die Remboursbank die Importbank. Danach belastet die Importbank den Betrag dem Importeur.

Kennzeichen eines Rembourskredites ist, dass die Bank des Importeurs eine vom ausländischen Exporteur auf sie gezogene Tratte gegen Aushändigung der Verschiffungspapiere akzeptiert.

Der Exporteur in Übersee kann dieses Bankakzept durch eine Diskontierung sofort in Anspruch nehmen, wobei die Bank des Importeurs eine Sicherheit durch den Besitz der Dokumente hat. Sie wird die Dokumente dem Importeur nur aushändigen, wenn anderweitige Sicherheiten oder Zahlungen gewährleistet sind.

Arten des Rembourskredites

Es gibt sowohl den direkten als auch den indirekten Rembourskredit. Beim direkten Kredit steht der Importeur in einer direkten Beziehung. Beim indirekten Rembourskredit ist die Hausbank des Importeurs als „Zwischenmann“ eingeschaltet, um einen Kreditvertrag mit einer Remboursbank abzuschließen. Der Importeur ist hierbei verpflichtet, seiner Hausbank den Kreditbetrag zurückzuzahlen.

Welche Bedeutung hat ein Rembourskredit?

Man bezeichnet die übersendeten Warenpapiere auch als gekorene Orderpapiere. Diese machen die Remboursbank nach Indossierung zum Eigentümer der Ware machen. Ein gekorenes Orderpapier bezeichnet ein Wertpapier, welches wiederum durch den Vermerk „an Order“ zu einem Orderpapier wird. Es gibt noch das geborene Orderpapier. Dieses ist von Anfang an ohne diesen Vermerk ein Orderpapier. Die Übertragung von Orderpapieren mit diesem schriftlichen Vermerk nennt man Indossierung.

Der Rembourskredit schließt das Risiko einer Vorauszahlung oder gar eines ungewollten Warenkredites aus, da es dem Importeur die Warenübergabe sichert und dem Exporteur den Verkaufspreis garantiert.