Nachrangdarlehen – Was ist das?

Bei einem Nachrangdarlehen handelt es sich um ein Darlehen, welches mit einem sogenannten Rangrücktritt hinter anderen Zahlungsverpflichtungen steht. Das bedeutet, dass es bei einer Insolvenz später bedient wird, sprich erst wenn alle Lieferanten und Banken an der Reihe waren, jedoch noch vor dem Gesellschaftsdarlehen.

Für ein Nachrangdarlehen werden keinerlei Sicherheiten benötigt. Sie können also zu Ihrer Hausbank gehen und ein Nachrangdarlehen beantragen, ohne dafür weitere vertragliche Verpflichtungen eingehen zu müssen.

Es gibt allerdings neben diesem Vorteil auch einen Nachteil. Die Zinsen eines Nachrangdarlehens sind im Vergleich zu anderen Darlehensformen deutlich höher, da es im Falle der Insolvenz nachrangig bedient werden würde. Dieses Risiko kalkulieren die Kreditgeber also von vorn herein mit ein. Trotzdem können geförderte Nachrangdarlehen günstigere Konditionen aufweisen, als ein Kontokorrentkredit.

Nachrangdarlehen als Fördermittel nutzen

Staatliche Förderungen werden oft als Nachrangdarlehen vergeben. Es wird beispielsweise an Existenzgründer ausgegeben, um diesen den Start in die Selbständigkeit zu erleichtern. Hiermit kann der Jungunternehmer Maschinen oder Anlagen kaufen, Grundstücke erwerben oder diese auch für seine Betriebs- und Geschäftsausstattung benutzen.

Besonderheiten des Nachrangdarlehens

Die auffälligste Besonderheit dieser Darlehensform ist häufig die fehlende Bürgschaft der Gesellschafter gegenüber dem Kapitalgeber. Es ist also davon auszugehen, dass Ihre Unterlagen als Unternehmer von möglichen Investoren oder Banken sehr genau untersucht werden, bevor Ihnen ein solches Nachrangdarlehen bewilligt wird.

Beispiel zum Nachrangdarlehen

Nehmen wir einmal an, dass Sie eine Immobilie erwerben und dafür einen Immobilienkredit von Ihrer Bank bekommen. Bei Erwerb der Immobilie wird eine Grundschuld ins Grundbuchamt eingetragen, welche besagt, dass Ihre Bank ein sogenanntes „dingliches Verwertungsrecht“ hat, im Falle, dass Sie den Kredit nicht bezahlen könnten. Die Bank tritt dabei als erster Gläubiger erstrangig im Grundbuch auf.

Nehmen wir weiter an, dass Sie einen zweiten Immobilienkredit benötigen, während die erste Finanzierung noch läuft, da Sie noch einen Anbau ans Gebäude anbringen möchten. Die Bank gewährt Ihnen auch diesen Kredit und eine weitere Grundschuld wird ins Grundbuch eingetragen. Diese Eintragung erfolgt dann nachrangig gegenüber der ersten Eintragung.