Lieferantenkredit

Lieferantenkredit – Was versteht man darunter?

Bei einem Lieferantenkredit, welcher auch als Waren- oder Handelskredit bezeichnet wird, bietet der Lieferant seinem Kunden einen Zahlungsaufschub gewährt. Er stellt somit eine kurzfristige Fremdfinanzierung dar. Für die Gewährung des Zahlungsziels erhält er im Gegenzug eine Vergütung.

Der Lieferantenkredit ist keine klassische Kreditform, sondern eher eine Verschiebung des Zahlungsziels in die Zukunft. Die Zahlungsfristen sind hierbei branchenabhängig und liegen zwischen 30 und 90 Tagen. Bei der Kreditsumme handelt sich immer um genau die Summe, die dem exakten Warenwert entspricht, welcher geliefert werden soll. Der Lieferantenkredit ist somit zweckgebunden.

Welche Zinsen und Gebühren entstehen?

Bei einem normalen Handelsgeschäft räumt der Lieferant dem Käufer meist einen Skonto über einen bestimmten Prozentsatz ein. Bezahlt der Kunde somit direkt mit Erhalt der Ware, kann er einen Skontoabzug geltend machen und somit weniger zahlen. Übliche Skontoabzüge liegen zwischen 1 und 3% vom Warenwert. Der Kunde darf diesen selbständig vom Rechnungsbetrag bei der Zahlung abziehen. Wird die Zahlung nicht innerhalb der Skontofrist getätigt, dann ist der Käufer auch nicht mehr berechtigt, diesen vom Rechnungsbetrag abzuziehen. Der Warenwert entspricht somit dem generell vereinbarten Kaufpreis.

Eine Zinsbindung gibt es bei dieser Kreditart zwar nicht, dennoch steht bei Vertragsabschluss die Höhe des Zinssatzes fest.

Sicherheiten beim Kunden und Lieferanten?

Der Lieferant liefert meist unter einem Eigentumsvorbehalt, was bedeutet, dass die Ware so lang Eigentum des Verkäufers ist, bis der Warenwert beglichen wurde. Dies ist somit eine Sicherheit für den Lieferanten. Ob der Lieferant dem Kunden nun einen Lieferantenkredit einräumt, hängt von ihm selbst ab. Er kann sich natürlich auch im Vorfeld ein Bild über seinen Kunden machen, um die Risiken vorher besser abschätzen zu können. Es wird also nicht jeder Unternehmer in den Genuss eines Lieferantenkredites kommen.

Eine weitere Absicherung wäre eine Kreditausfallversicherung, die der Kunde abschließen kann. Wird er selbst zahlungsunfähig, ist er dennoch in der Lage den Lieferanten mit Hilfe dieser Versicherung auszuzahlen. Hier wird jedoch die Versicherung die Bonität des Kunden prüfen. Der Lieferant ist jedoch auf der sicheren Seite.

Vor- und Nachteile des Lieferantenkredites

Durch den gewährten Zahlungsaufschub bietet sich für kleinere und mittlere Unternehmen ein gewisser Vorteil, da sie bei der Beschaffung ihrer Waren nicht per Vorkasse oder per Nachnahme bezahlen müssen. Ebenfalls vorteilhaft ist der Lieferantenkredit bei Dienstleistungen und zwar für beide Seiten, für den Kreditnehmer als auch den Kreditgeber.

Es gibt allerdings auch Nachteile dieser Kreditform. Zu nennen wäre hierbei der hohe effektive Zinssatz. Zahlt der Kunde beispielsweise erst nach 30 Tagen, kann der effektive Zinssatz bei 30% oder höher liegen. Diese Zinssätze wären auf den Rechnungen nicht angegeben und somit auch nicht klar fixiert. Der Kunde hat somit wieder ein Risiko, das der Höhe des Zinssatzes.

Weitere Möglichkeiten neben dem Lieferantenkredit

Es gibt natürlich für einen Kunden auch andere Formen, den Warenwert nicht sofort begleichen zu müssen. Hierbei sei der klassische Ratenkredit genannt, bei welchem der Kunde den Warenwert über eine gewisse Laufzeit und vereinbarte regelmäßige Ratenhöhe begleicht. Der Nachteil ist, dass es relativ lang dauert, bis der Kredit abgezahlt ist und er Eigentümer der Ware ist und dass hierfür natürlich wieder Zinsen entstehen, welche zusätzlich entrichtet werden müssen.