Kreditscoring – Was versteht man darunter?

Der Kredit-Score repräsentiert Ihre Kreditwürdigkeit. Kreditscoring nennt man das Verfahren, mit dessen Hilfe ein sogenannter Score-Wert (Wahrscheinlichkeitswert) errechnet wird, welcher Auskunft über das zukünftige Zahlungsverhalten von Verbrauchern gibt. Der Score stellt also die Kreditwürdigkeit eines Verbrauchers in Form eines Wertes dar. Vergleichbar ist dies mit der Bonität eines Verbrauchers.

Je höher der Score-Wert ist, desto höher ist die Bonität des Kunden und desto wahrscheinlicher ist es, dass dieser einen Kredit erhalten wird. Er kann zwischen 300 und 850 liegen, wobei 850 die höchste Punktzahl darstellt, die man als Kreditnehmer erreichen kann. Alle Werte, die über 650 liegen, deuten darauf hin, dass der Verbraucher eine gute Kreditwürdigkeit hat.

Die Berechnung des Score-Wertes hat die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) eingeführt.

Funktionsweise des Scorings

Für die Berechnung eines Scoring-Wertes werden eine Vielzahl von Daten herangezogen. Dies können interne Daten eines Unternehmens sein, wie auch externe Daten.

Interne Daten

Diese Daten hat ein Unternehmen selbst über einen Verbraucher gespeichert. Stellen Sie sich vor, Sie haben vor einiger Zeit bei einer Bank einen Kredit aufgenommen. Hierbei hat die Bank schon Daten von Ihnen erhalten. Sie hat somit auch Informationen über Ihr Zahlungsverhalten und eine gewisse Zahlungshistorie liegt bereits vor. Diese Daten können dann für das Scoring mitbenutzt werden. Haben Sie in der Vergangenheit Ihre Rechnungen immer pünktlich gezahlt, so wird das Kreditinstitut davon ausgehen, dass Sie dies in der Zukunft auch so tun werden. Ebenso werden vom Kreditinstitut Informationen gespeichert, welche aufzeigen, dass Sie des Öfteren per Mahnung an Ihre Zahlung erinnert werden mussten. Diese „negativen“ Informationen können dann dazu führen, dass Sie keinen Kredit mehr bei dieser Bank erhalten.

Externe Daten

Externe Daten liefern entweder Sie selbst oder werden von anderen Auskunftsämtern eingeholt. Die können privatwirtschaftliche Unternehmen sein, welche Daten über Verbraucher und ihr wirtschaftliches Verhalten sammeln und auswerten. Es gibt viele Unternehmen, welche mit Auskunfteien zusammenarbeiten und mit diesen einen Datenaustausch vereinbart haben. Dies geschieht allerdings nicht ohne Ihre Zustimmung. In der Regel stimmen Sie jedoch durch die Vertragsbedingungen diesen Klauseln zu. Ein Beispiel hierzu wäre, dass Sie in der Vergangenheit bei einer bestimmten Bank nicht regelmäßig Ihre Raten zurückgezahlt haben. Dies hat sich die Bank notiert und diese Informationen an eine Auskunftei weitergegeben. Sie möchten nun bei einer anderen Bank erneut einen Kredit aufnehmen. Die neue Bank kontaktiert und die Auskunftei und erhält diese Informationen, welche sie von der ersten Bank erhalten hat.

Verwendete Daten für ein Kreditscoring

Um ein Kreditscoring errechnen zu können, müssen im Vorfeld einige Daten gesammelt werden. Dies können persönliche Daten von Ihnen wie zum Beispiel Ihr Name, Vorname, Alter, Geschlecht und Wohnanschrift sein. Zusätzlich werden auch, wie schon oben erwähnt Daten zu Ihrem Zahlungsverhalten gesammelt.

Sie können auch selbst Daten zum Scoring liefern, wie zum Beispiel Ihr Nettoeinkommen, Familienstand, Besitztümer, etc. Hierfür müssen Sie in der Regel Nachweise liefern, damit man nachvollziehen kann, dass die von Ihnen gelieferten Daten auch korrekt sind.

In der Regel reichen Daten der zurückliegenden sechs Monate aus, um einen Scoring-Wert zu ermitteln.

Sie selbst können mehrmals im Jahr die gespeicherten Daten mit Hilfe einer Selbstauskunft abrufen. Ebenso dürfen Sie diese bei den Auskunfteien erfragen.