Kreditnebenkosten

Kreditnebenkosten – Welche sind dies?

Kreditnebenkosten bezeichnen alle Kosten, welche zusätzlich zur eigentlichen Tilgungsrate und Zinsrate noch zur Nettokreditsumme dazukommen.

Die Kreditnebenkosten unterscheiden sich je nach Kreditanbieter und Kreditform. Es gibt zum Beispiel Kreditanbieter, welche keine Bearbeitungsgebühren bei der Kreditvergabe berechnen. Andere stellen dafür bestimmte Bereitstellungsgebühren in Rechnung, welche für die Bereitstellung des Kredites veranschlagt werden.

Fakten über Kreditnebenkosten

Kreditnebenkosten fallen für Dienstleistungen an, die im Rahmen einer Kreditvergabe von der Bank für den Kunden durchgeführt wird.

Die Berechnung der Kreditnebenkosten muss transparent und nachvollziehbar für den Kreditnehmer sein.

Die Höhe dieser Kosten ist vom jeweiligen Kreditinstitut und der Kreditart abhängig. Sie liegen in der Regel zwischen 0,5 und 2,0 % bei gewöhnlichen Ratenkrediten.

Eine Einsparung von Kreditnebenkosten ist jedoch möglich.

Eine Rückforderung von unzulässigen Kreditnebenkosten ist innerhalb von 3 Jahren möglich.

Im Falle einer Baufinanzierung sind die Kreditnebenkosten besonders hoch.

Laut einem BGH-Urteil sind reine Bearbeitungskosten unzulässig.

Welche Nebenkosten können anfallen?

Je nachdem bei welchem Kreditinstitut Sie welche Kreditart abschließen, können Kreditnebenkosten in unterschiedlicher Höhe anfallen. Jedoch sind auch die einzelnen Nebenkosten von Kreditinstitut zu Kreditinstitut unterschiedlich. Sie sollten deshalb grundsätzlich die folgenden, möglichen Kreditnebenkosten einkalkulieren:

  • Bearbeitungsgebühr
  • Versicherungen, sofern Ihnen die Bank diese verbindlich vorschreibt
  • Sondertilgungen (Einräumung von Sonderrechten)
  • Auszahlungskosten bei einem vereinbarten Disagio
  • Provisionen für einen Kreditvermittler

Diese genannten Kosten gelten als direkte Kreditnebenkosten und fließen bei der Berechnung des Effektivzinses mit ein. Es können jedoch noch zusätzliche weitere indirekte Kreditnebenkosten entstehen, welche bei der Berechnung des Effektivzinses keine Rolle spielen:

  • Vollkaskoversicherung bei einer Autofinanzierung
  • Andere Versicherung, die vom Kreditgeber verlangt werden
  • Schätzung des Immobilienwertes bei einem Immobilienkredit
  • Entgelte für eventuell spätere Vertragsänderungen
  • Mahnkosten und Verzugszinsen, wenn die entsprechenden Rückzahlungsraten nicht wie vereinbart zurückgezahlt werden

Berechnung der Kreditnebenkosten

Einer Bank ist es nicht gestattet, Kreditnebenkosten willkürlich festzusetzen. Es gibt hierbei Urteile vom BGH, dass bestimmte Bearbeitungsgebühren unzulässig waren. Das Erheben von Gebühren für die reine Kreditführung ist auch nicht mehr zulässig.

Grundsätzlich darf die Bank nur noch solche Kosten in Rechnung stellen, welche eine Dienstleistung für den Kunden darstellen.

Die genaue Höhe der Kreditnebenkosten schwankt von Bank zu Bank. Bei Ratenkrediten kann diese zwischen 0,5 und 2,0 % liegen, wie oben schon kurz erwähnt. Bei einer Baufinanzierung hingegen können diese schnell zwischen 5,0 und 10,0 % liegen. Wichtig ist immer, dass die Bank den Kreditnehmer transparent alle Kosten aufzeigt und erklärt, für welche Dienstleistung welche Kosten anfallen.

Lesen Sie sich alles in Ruhe durch und fragen notfalls bei der Bank nach bevor Sie den Kreditvertrag unterscheiben.

Sollte die Bank auf Ihre Rückfragen nicht reagieren, schalten Sie die Verbraucherzentrale ein.