Kassenkredit

Kassenkredit – Was ist das?

Ein Kassenkredit, welcher auch als Liquiditätskredit oder Kassenverstärkungskredit bezeichnet wird, beschreibt einen kurzfristigen Kredit einer Kommune, ähnlich dem Dispokredit bei Privatpersonen. Kommunen können mit einem Kassenkredit kurzfristige Bedarfe decken, wenn ihnen die liquiden Mittel im Moment noch nicht zur Verfügung stehen, sondern erst später eingenommen werden. Die meisten Kommunen finanzieren sich aus einmaligen Steuereinnahmen im Jahr, haben jedoch über das Jahr verteilt diverse Ausgaben. Hier hilft ihnen der Kassenkredit, diese Ausgaben trotzdem zu tätigen. Sie bleiben somit zahlungsfähig. Ein Kassenkredit stellt somit eine Vorfinanzierung der im Haushaltsplan festgelegten Einnahmen dar.

Laufzeiten von Kassenkrediten

Kassenkredite sind kurzfristige Schulden, dessen Laufzeit unter einem Jahr betragen. Da die Rückzahlung zeitnah geschehen muss, kommt es hierbei oft zu Umschuldungen. Dadurch sind Kassenkredite sehr anfällig gegenüber Zahlungsschwankungen.

Beträgt die Laufzeit jedoch über einem bis zu vier Jahren bezeichnet man die Kredite als mittelfristige Kredite. Alles was eine Laufzeit von mehr als vier Jahren hat, stellt ein langfristiges Darlehen dar.

Einige Kommunen nutzen das im Moment sehr günstige Zinsniveau aus, indem sie Kassenkredite auch für einen längeren Zeitraum aufnehmen. Damit spekulieren Sie auf die weiter anhaltende Niedrigzinsentwicklung. Dies setzt jedoch das Signal, dass es der Kommune finanziell nicht gut geht und diese eventuell in der Vergangenheit über ihre Verhältnisse gelebt hat.

Risiken eines Kassenkredites

Das wohl größte Risiko beim Kassenkredit ist die unvorhersehbare Entwicklung des Zinsniveaus. Durch die Kurzfristigkeit dieser Darlehensform werden Zinsveränderung sofort in der Bilanz sichtbar. Eine Möglichkeit diese Gefahr einzudämmen ist, die Kredite auf eine bestimmte Laufzeit zu begrenzen, was von einigen Bundesländern bereits getan wird. Da sich der Zinssatz in den letzten Jahren jedoch merklich nach unten entwickelt hat, hat dies einigen Kommunen auch wieder eine finanzielle Entlastung gebracht.

Die meisten Probleme stellen jedoch meist andere Defizite im Haushalt selbst dar. Ist ein Defizit vorhanden, dann scheint die Haushaltsstruktur nicht mehr ausgewogen und beeinträchtigt somit die wirtschaftliche Lage der Kommune. Meist reagiert die Kommunalaufsicht dann mit strengeren Auflagen, was meist auch Stellenabbau zur Folge hat. Jede Kommune sollte deshalb vorsichtig sein mit der Aufnahme eines Kassenkredites.

Es wurde zwischen Bund und Ländern vereinbart, dass ein Kassenkredit nur aufgenommen werden darf, wenn dem die Deckung eines tatsächlich vorhandenen Bedarfs gegenübersteht, sprich Investitionsvorhaben finanziert werden sollen.

Wer fungiert als Kreditgeber und Kreditnehmer beim Kassenkredit?

Kreditgeber sind in den meisten Fällen keine normalen Kreditinstitute oder Banken, sondern öffentlich-rechtliche Kreditinstitute. Als Kreditnehmer fungieren Kommunen, Bund und Länder oder aber auch öffentlich-rechtliche Anstalten wie Rundfunkanstalten oder Krankenhäuser. Der Schuldner haftet bei dieser Kreditform mit seinem kompletten Vermögen inkl. Steueraufkommen der Kommune.

Von der Insolvenz sind diese Kreditinanspruchnahmen jedoch ausgeschlossen.