Haftkapital

Haftkapital – Was ist das?

Das Haftkapital stellt das Kapital einer Gesellschaft dar, mit welchem sie maximal haftet. Dieses Kapital entspricht dem Gesamtkapital der Gesellschaft.

Bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) wird oft angenommen, dass die GmbH beschränkt haftet. Dies ist jedoch ein Irrtum. Die GmbH haftet mit ihrem Vermögen den Gläubigern unbeschränkt. Jedoch haftet jeder Gesellschafter nur mit der Höhe seiner erbrachten Einlage. Allenfalls kann eine weitere Haftung mit Nachschüssen bestehen, sofern dies im Gesellschaftsvertrag so vorgesehen ist. Diese Haftung erstreckt sich dann aber nur der Gesellschaft gegenüber.

Ein Beispiel dazu: Die xy-GmbH besitzt ein Stammkapital über 50.000 €. Das gesamte Vermögen bemisst sich jedoch auf 300.000 €. Somit haftet die xy-GmbH mit dem Gesamtvermögen von 300.000 €. Das Haftkapital kann nicht ausgezahlt werden, jedoch kann ein Gesellschafter beim Verlassen der GmbH seinen Anteil zurückverlangen.

Das Gesamtvermögen dieser GmbH kann sich aus Kassenbeständen, Anlagevermögen, Umlaufvermögen und auch Anteile zusammensetzen. Das Haftkapital ist somit alles, was ein Gläubiger bei einer Firma zu Geld machen kann. Wenn im Unternehmen nichts mehr zu holen ist, dann wird es für die Gesellschafter interessant, denn die Gläubiger möchten natürlich ihre Forderungen erfüllt bekommen. Wie sieht die Haftung in Deutschland bei den verschiedenen Unternehmensformen aus?

Haftungsformen in Deutschland

Ein Einzelunternehmer haftet unter Umständen mit seinem kompletten privaten Vermögen. Er hat hierbei keinerlei Schutz sondern muss den Forderungen der Gläubigern mit seinem Privatvermögen nachkommen.

Bei einer GmbH ist dies anders. Wie schon oben beschrieben, haften die Gesellschafter hierbei nur bis zur Höhe ihrer Einlage. Die Verluste sind somit begrenzt.

Bei einer Aktiengesellschaft verhält es sich ähnlich wie bei einer GmbH, jedoch sehen die Einlagen der Aktionäre hier aufgrund der Streuung von Aktien ein wenig anders aus. Diese können dann im Wert gemindert werden, bis alle Forderungen beglichen sind.

Haftung mit dem privaten Vermögen

Bei einer Unternehmensgründung wird oft auf die Form der GmbH zurückgegriffen, da man den Glauben hat, nicht mit privaten Vermögen haften zu müssen. Dies ist allerdings nicht der Fall. Auch beim Scheitern einer GmbH wird unter Umständen auf das gesamte zur Verfügung stehende Kapital zurückgegriffen und dieses eingezogen. Die geleistete Einlage kann in jedem Fall bei einer Insolvenz gepfändet oder beschlagnahmt werden. Das private Vermögen ist geschützt. Es gibt jedoch auch hier Abstufungen, dass bei einer schweren Schuld, wie zum Beispiel einer vorsätzlichen Handlung auch das private Vermögen der Gesellschafter mit angegriffen wird. In der Regel ist das private Vermögen jedoch ausgeschlossen.

Das Haftkapital einer Gesellschaft fungiert wie eine Versicherungssumme und das Unternehmen wird damit geschützt. Man bezeichnet deshalb die GmbH auch als Gesellschaft mit beschränkter Haftung.