Grundbuchauszug

Grundbuchauszug – Was ist das?

Im Grundbuch, einem öffentlichen Verzeichnis, sind die Eigentumsverhältnisse von Grundstücken geregelt. Es nennt die jeweiligen Besitzer und enthält alle wesentlichen Inhalte zu Rechten (Nießbrauchrecht, Wohnrecht oder Vorkaufsrecht) und Lasten (Hypotheken oder Grundschulden) des Grundstücks.

Der Grundbuchauszug ist eine Kopie bzw. ein Ausdruck eines Grundbuchblattes. Er zeigt alle wichtigen Informationen über ein Grundstück auf, welche beispielsweise für die Immobilienfinanzierung oder einen geplanten Immobilienkauf von Wichtigkeit sind.

Einsicht ins Grundbuch nehmen bedeutet, einen Grundbuchauszug anzufordern. Nur nach einer Einsicht eines aktuellen Grundbuchauszugs wissen alle beteiligten Parteien, welche Verbindlichkeiten noch mit dem Grundstück einhergehen.

Wer darf in einen Grundbuchauszug anfordern?

Der Antragsteller muss ein berechtigtes Interesse vorweisen, um einen Grundbuchauszug zu erhalten. Dies ist in §12 und §12a GBG beschrieben. Der Beamte entscheidet bei jedem Fall individuell, ob dieses berechtigte Interesse vorliegt. Es muss gewährleistet sein, dass unbefugte Zwecke und Neugier ausgeschlossen werden können.

Ein uneingeschränktes berechtigtes Interesse haben der Grundstückseigentümer und alle Rechteinhaber, welche im Grundbuch eingetragen sind. Ebenfalls ist es Behörden, Gerichten und Notaren gestattet Einsicht ins Grundbuch zu nehmen, da sie sich auf ihre Pflicht zur Amtshilfe berufen können. Ebenfalls Einsicht dürfen Gläubiger Einsicht nehmen, welche eine Schuldeinforderung gegenüber dem Grundstücks- bzw. Immobilieneigentümer haben. Auch Kreditinstitute dürfen zur Absicherung eines Kredits einen Grundbuchauszug anfordern.

Wie teilt sich ein Grundbuchauszug auf?

Ein Grundbuchauszug ist in fünf Teile gegliedert.

Der 1. Bereich ist die Aufschrift bzw. das Deckblatt. Veröffentlicht werden in diesem Teil der Name des zuständigen Amtsgerichts, der Grundbuchbezirk sowie die Nummer des Grundbuchblattes.

Den 2. Bereich nennt man Bestandsverzeichnis. Im Bestandverzeichnis sind alle Grundstücke mit den Angaben zur Gemarkung, Flur, Flurstück, Lagebezeichnung, Größe und Nutzungsart eingetragen.

Der 3. Bereich ist die Abteilung 1. In der Abteilung 1 des jeweiligen Grundbuchs sind die Eigentumsverhältnisse des Grundstücks eingetragen. Hierbei sind der / die Eigentümer des Grundstücks sowie Datum und Grund des Eigentumsübergangs verzeichnet. Gründe für einen Eigentumsübergang können zum Beispiel ein Erbe, eine Übereignung oder im Fall einer Zwangsversteigerung die Zuschlagserteilung sein.

Die Abteilung 2 stellt den 4. Bereich dar. Diese enthält neben den Grundpfandrechten alle Beschränkungen und Lasten des Grundstücks. Dies können Grunddienstbarkeiten, Widersprüche oder Vormerkungen, Wohn- und Nutzungsrechte sein.

Der 5. Bereich nennt sich Abteilung 3. In diesem Bereich des Grundbuchamtes werden die Grundpfandrechte wie Hypotheken, Grundschulden und Rentenschulden vermerkt.

Wie kommt man einen Grundbuchauszug?

Einen Grundbuchauszug erhält man bei seinem zuständigen Amtsgericht. In Baden-Württemberg waren bis 2017 die Gemeinden selbst dafür zuständig. Für die Beantragung gibt es einen speziellen Antrag, welchen man ausfüllen muss. Der Grundbuchauszug selbst kann in zwei verschiedenen Formen erstellt werden. Dem einfachen Auszug, welcher 10,00 € kostet und dem beglaubigten Auszug, für welchen Sie 19,00 € aufbringen müssen.

Wann benötige ich einen Grundbuchauszug?

Sollten Sie Interesse haben, eine Immobilie bzw. ein Grundstück zu erwerben, ist es sinnvoll sich einen Grundbuchauszug aushändigen zu lassen, damit Sie über eventuell bestehender Vorrechte anderer Personen informiert sind. Beim Kauftermin sollte der Grundbuchauszug maximal 14 Tage alt sein.