Gebundener Sollzins – Was ist das?

Der gebundene Sollzins bezeichnet den Nominalzins, welcher bei Abschluss eines Kreditvertrages vereinbart wird und welcher sich, aufgrund des Merkmals „gebunden“ über die gesamte Kreditlaufzeit nicht ändert. Der Sollzins passt sich in der Regel an den Leitzins der Europäischen Zentralbank an, welcher zum Zeitpunkt des Kreditabschlusses aktuell war.

Funktionsweise des gebundenen Sollzinses

Bei jeder Kreditaufnehme, gibt es bestimmte Konditionen, welche Sie mit der Bank im Kreditvertrag geregelt und unterschrieben haben. Hierzu gehörten die Kreditsumme, die Laufzeit, die Ratenhöhe und natürlich auch die höhe des regelmäßig zu zahlenden Zinssatzes. Sie legen somit fest, wie lange Sie den Kredit in welcher Höhe an die Bank zurückzahlen. Vereinbaren Sie hierbei mit der Bank, dass sich der Zinssatz während der gesamten Laufzeit nicht ändert, dann legen Sie einen gebundenen Zinssatz fest – den sogenannten gebundenen Sollzins. Ändert sich im Laufe der Zeit der der Leitzins aufgrund von Schwankungen an der Börse oder Veränderungen bei den Bankinstituten, bleibt der gebundene Sollzins eines Kredites jedoch stabil. Dies gibt Ihnen als Kreditnehmer die Sicherheit, dass sich über die Laufzeit des Kredites die Zinskosten nicht ändern. Die Angabe des Sollzinses ist im Vertrag festzuschreiben und ist bindend.

Planungssicherheit aufgrund des gebundenen Sollzinses

Der gebundene Sollzins verschafft Ihnen über die gesamte Laufzeit des Kredites eine gewisse Planungssicherheit. Sie haben den Zinssatz und die Tilgungsrate einmalig verhandelt und diese beiden Werte werden sich über diese Zeit auch nicht mehr verändern. Sie können somit Ihre Finanzen immer im Überblick behalten. Der gebundene Sollzins unterscheidet sich somit von anderen Kreditformen, bei welchen ein variabler Zinssatz vereinbart wird. Dieser kann sich während der gesamten Laufzeit ständig ändern und passt sich an den Leitzins der EZB an. Dies hat den Nachteil, dass Ihnen bei steigendem Zinssatz natürlich der Zinssatz in Ihrer Kreditfinanzierung auch nach oben angepasst werden kann. Der Vorteil ist jedoch, wenn sich der Zinssatz günstig nach unten entwickelt, dann profitieren Sie auch von diesem günstigeren Zinssatz.

Bei Ratenkrediten ist ein gebundener Zinssatz üblich. Einen variablen Zinssatz finden Sie bei Ihrem Dispokredit und bei den meisten Immobilienfinanzierungen.

Welche Unterschiede gibt es zwischen Sollzins und Effektivzins?

Achtung ist geboten, wenn Sie sich mit den verschiedenen Zinssätzen beschäftigen. Sie dürfen nicht den Fehler machen und den Sollzins mit dem effektiven Jahreszins vergleichen. Der Sollzins zeigt Ihnen die reinen Zinskosten des in Anspruch genommenen Kreditbetrages auf. Zu den Kreditkosten kommen aber noch andere Kosten hinzu wie zum Beispiel Abschlussgebühren, Provisionen, Tilgungsverrechnungen und andere Auslagen. Diese fließen in die Berechnung des effektiven Jahreszinses ein. Vergleichen Sie deshalb bei Kreditangeboten nie nur den Sollzins, sondern vielmehr den effektiven Jahreszins, da diese alle Kosten des Kredites enthält. Ist dieser bei einer Bank geringer als bei der anderen Bank und passen die restlichen Konditionen für Sie auch, dann ist das Kreditangebot mit dem niedrigeren effektiven Jahreszins das bessere Angebot.