Garantieverzinsung – Was genau ist das?

Eine Garantieverzinsung zeigt einem Sparer an, mit welcher Mindestverzinsung Sie bei der Anlage einer gewissen Geldsumme rechnen können. Die Höhe des Zinses wird auf eine bestimmte, im Vorfeld festgelegte Laufzeit garantiert, sprich Ihnen zugesichert. Dies gilt auch bei Kapitallebensversicherungen oder privaten, klassischen Rentenversicherungen.

Für einen Anleger bietet ein Garantiezins eine gewisse Sicherheit, denn er kann davon ausgehen, dass er den festgeschriebenen Zins über die vereinbarte Laufzeit für sein angelegtes Geld auf alle Fälle bekommt, er hat also eine gewisse Planungssicherheit. Eine Zinsausschüttung kann, je nach vertraglicher Vereinbarung, monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich stattfinden. Gibt es Zinsschwankungen am Markt, ist der Garantiezins davon nicht betroffen, was für die Bank, welche den Garantiezins für Sie ausgegeben hat, ein gewisses Risiko bedeutet.

Sparbeiträge und Garantiezins

Handelt es sich um eine Versicherung, müssen die Versicherungsgesellschaften diese Mindestverzinsung ausschließlich auf den Sparanteil der Versicherungsprämien gewähren. Von der Beitragshöhe werden die Abschluss- und Verwaltungskosten sowie die Kosten für die Risikovorsorge abgezogen.

Es gibt Versicherungen, wie zum Beispiel die Kapitallebensversicherungen und einige Rentenversicherungen, welche nicht nur als Altersvorsorge fungieren, sondern ebenfalls als Todesfallversicherung. Dafür wird von den Versicherungen ein gesonderter Beitragsanteil verlangt. Aus diesem Grund unterscheidet sich der Garantiezins auch bei den verschiedenen Anbietern.

Zinsniveau und die Mindestverzinsung

Der derzeitige Garantiezins ist mittlerweile von 4% (in den 90ern) auf 0,9% gefallen. Hintergrund hierfür ist die Niedrigzinspolitik der EZB. Mittlerweile legen Versicherer ihr Geld lieber in sichere Anleihen an, erzielen damit aber seit einiger Zeit keine Erträge mehr.

Eine Garantieverzinsung findet man heutzutage bei allen Sparkonten. Natürlich profitieren nur die Konten, welche über größere Volumen verfügen. Haben Sie seit Jahren Geld zu einem Garantiezins angelegt und sinkt der Zinssatz ab, dann hat sich dies für Sie schon gelohnt, denn der vereinbarte Zins und die daraus resultierenden Einnahmen sind Ihnen sicher. Garantiezinsangebote werden meist nur von Banken oder mit Banken kooperierenden Unternehmen angeboten. Hat eine Bank nur Garantiezinsen vereinbart, ist dies für sie selbst in zinsschwachen Zeiten auch ein Risiko, da sie keinerlei anderer Einnahmen hat, um diese Garantiezinsen auszuzahlen. Sie kann die Garantiezinsbindung allerdings auch widerrufen, sollte sie selbst Schaden daraus tragen. Möglichkeiten sind hierbei den Zinssatz für Anleger zu senken oder aber einzufrieren. Das bedeutet aber wiederum auch, dass es erst wieder Einnahmen zu verzeichnen gibt, wenn sich der Zinssatz nach oben stabilisiert hat. Ansonsten ist die Bank verpflichtet, die abgeschlossenen Garantiezinsen auch auszuzahlen.