Fremdwährungskredit

Fremdwährungskredit – Was ist das genau?

Benötigt ein Kreditnehmer größere Summen an Geld, stellt sich immer die Frage, wie man diese am günstigsten finanzieren kann.

Eine gute Möglichkeit wäre hierbei der Fremdwährungskredit. Dieser wird in einer anderen Währung als in Euro aufgenommen und auch in dieser Währung zurückgezahlt. Man bekommt die Kreditsumme jedoch in Euro ausbezahlt.

Welche Vorteile bietet ein Fremdwährungskredit?

Der Fremdwährungskredit zeigt zu anderen Kreditformen einige Vorteile auf, welche hier kurz genannte werden:

  • 1-3% Zinsdifferenz pro Jahr zwischen dem Euro und der Fremdwährung
  • Nachschüssige Zinszahlungen
  • Wechsel in eine andere Währung ist jederzeit möglich
  • Kostenlose Sondertilgungen bis zu 100% des Kreditbetrages
  • Währungschancen, wenn der Kurs im Vergleich zur anderen Währung steigt
  • Spekulation auf einen starken Euro

Fremdwährungskredite haben meist deutlich günstigere Zinssätze, weshalb Sie hierbei zum Teil große Ersparnisse erzielen können. Zusätzlich können Währungsgewinne eine positive Auswirkung haben, wenn der Wert des Euro im Vergleich zum Wert der Fremdwährung steigt. Bei einem positiven Verlauf muss der Kreditnehmer weniger an den Kreditgeber zurückzahlen, als er von ihm bekommen hat.

Tilgung bei Fremdwährungskrediten

Bei dieser Kreditform handelt sich meist um endfällige Darlehen, was bedeutet, dass der Kreditnehmer die Kreditsumme an Ende der Laufzeit als ein Ganzes zurückzahlen muss. In regelmäßigen Abständen müssen jedoch die Kreditzinsen an den Kreditgeber gezahlt werden. Der Kreditnehmer spart in der Regel parallel noch einen sogenannten Tilgungsträger an, welcher zum Laufzeitende des Fremdwährungskredites das Volumen enthält, um den Kredit komplett tilgen zu können. Tilgungsträger kann eine Lebensversicherung oder ein Investmentfonds sein.

Bonitätsanforderungen

Damit die Bank kein hohes Risiko eingehen muss, werden Fremdwährungskredite nur an Personen mit einer sehr guten Bonität vergeben. Hierbei werden sowohl das regelmäßige Einkommen als auch die gespeicherten Einträge bei der Schufa berücksichtigt. Handelt es sich um eine Immobilienfinanzierung wird meist zusätzlich noch die Eintragung einer Grundschuld als Absicherung veranlasst.

Wie sicher sind Fremdwährungskredite?

Fremdwährungskredite sind keine sichere Kreditform. Stark schwankende Zinssätze machen diese Kreditform als sehr unsicher. Es ist also möglich, dass der Tilgungsbetrag deutlich höher ausfällt, als dies bei Kreditabschluss der Fall war. Verfügt man jedoch über ausreichend finanzielle Mittel und kann das Risiko in Kauf nehmen, kann man mit einem Fremdwährungskredit auch deutliche Einsparungen erzielen.

Neben dem Wechselkurs- und dem Zinsänderungsrisiko besteht weiterhin noch ein Tilgungsrisiko. Wenn der Kreditnehmer zum Beispiel in Fondsanteile investiert, kann es vorkommen, dass die Anlage nicht die erwünschte Rendite erzielt. Wenn dann die angesparte Summe nicht ausreicht, um den Kredit am Ende der Laufzeit zu tilgen, entsteht hier ebenfalls eine Finanzierungslücke.

Risikooptimierung

Neben den oben genannten Vorteilen, gibt es, wie Sie schon erfahren haben, auch eine Menge Nacheile. Um diese Risiken so gering wie möglich zu halten, sollte sich der Kreditnehmer rechtzeitig Gedanken zur Risikooptimierung machen. Es ist sinnvoll eine höhere Ansparung in seinem Tilgungsträger vorzunehmen. Eine ständige Beobachtung des Kurses ist sinnvoll, um rechtzeitig eingreifen zu können um im Bedarfsfall die Währung wechseln zu können.

Einige Banken bieten eine Zinsobergrenze an, um das Zinsrisiko zu begrenzen. Wir die Zinsobergrenze erreicht, kann der Kreditnehmer in ein Darlehen mit Zinsfestschreibung wechseln.