Fazilität – Was ist das?

Als Fazilitäten werden in der Bankensprache Möglichkeiten zur kurzfristigen Geldanlage und zur Kreditaufnahme bezeichnet, welche von Banken für Ihre Geschäftspartner eingeräumt werden. Im Rahmen der europäischen Geldpolitik werden Einlagefazilitäten als eine Möglichkeit der Anlage von Zentralbankgeld bei der Europäischen Zentralbank bezeichnet.

In den meisten Fällen geht es dabei um die Überbrückung kurzfristiger Zahlungsengpässe, wobei die Banken hier beim Girokonto des Verbrauchers einen entsprechenden Kreditrahmen einräumen. Man findet den Begriff Fazilität hauptsächlich bei Geschäften zwischen Zentral- und Geschäftsbanken. Hierbei gilt meist ein günstiger Zinssatz, damit die Geschäftsbanken von der Zentralbank geliehenes Geld an die eigenen Kreditnehmer weitergeben können.

Welche Fazilitäten gibt die EZB aus?

Die EZB hat zwei dauerhafte Fazilitäten. Zum einen die Spitzenrefinanzierungsfazilität und zum anderen die Einlagefazilität. Bei der Einlagefazilität ist das Volumen des Kredites nicht begrenzt. Sie dient als kurzfristige Notlösung. Bei der Spitzenrefinanzierungsfazilität werden jedoch Sicherheiten gefordert, was dann wiederum die Höhe der Fazilität ausmacht. Als Ober- und Untergrenze der Zinssätze gelten der jeweilige Tagessatz im EURO-Raum (EONIA). Bei der Spitzenrefinanzierungsfazilität erhalten die Geschäftsbanken die Möglichkeit, sehr kurzfristig, meist schon bis zum nächsten Tag Geld gegen einen einzige Zinszahlung zu erhalten. Damit werden Geldprobleme bei Geschäftsbanken sehr schnell gelöst.

Bevor der Euro eingeführt wurde, waren der Zinssatz der Spitzenrefinanzierungsfazilität und der des Lombardsatzes identisch. Der Zinssatz der Einlagefazilität entsprach vor dem Euro dem Zinssatz des Diskontsatzes. Betrachtet man die Zinssätze genau, dann ist der Zinssatz der Spitzenrefinanzierungsfazilität am höchsten, gefolgt vom Marktzins und der Einlagenzinssatz am niedrigsten.

Hat eine Geschäftsbank Geld im Überfluss, kann sie es bei der EZB deponieren und bekommt dafür Zinsen ausbezahlt. Damit soll totes Kapital vermieden werden.

Geschäftsbanken und die Fazilität

Damit Kunden von Ihren Banken eine Emissionsfazilität zum Erwerb von nicht börsenfähigen Geldmarktpapieren erhalten, muss ihre Bonität erstklassig sein. Geldmarktpapiere haben in der Regel eine Laufzeit von sechs Monaten. Für die Sicherheit des Kunden, dass die Geldmarktpapiere nicht zu den gewünschten Konditionen verkauft werden können, sorgt die Emissionsfazilität.

IWF und Fazilität

Hierbei handelt es sich um Bereitschaftskreditvereinbarungen mit den Mitgliedsstaaten. Jeder Mitgliedsstaat des IWF hat somit die Möglichkeit, auf einen bestimmten Kreditbetrag zugreifen zu können. Im Falle von Zahlungsbilanzschwierigkeiten kann der IWF Mitgliedsstaat Divisen erhalten. Der IWF bietet noch weitere Fazilitäten an. Als Beispiel wäre noch die erweiterte IWF Fazilität zu nennen, welche strukturbedingte Ungleichgewichte innerhalb von Zahlungsbilanzen ausgleichen soll. Konzessionäre Hilfen der IWF sollen beim Ausfall von Exporterlösen helfen. Zu guter letzt muss man die Sonderfazilitäten erwähnen, welche zur Stärkung der Währungsreserven dienen.