Euribor – Was ist das?

Euribor ist die Abkürzung für Euro Interbank Offered Rate. Euribor beschreibt hierbei den durchschnittlichen Zinssatz, zu welchem sich viele europäische Banken einander Geld in Euro leihen.

Seit wann gibt es Euribor?

Euribor besteht seit dem Jahr der Euro-Einführung, 1999. Bevor der Euribar festgelegt wurde, gab es den Aibor, welcher ebenfalls einen vergleichbaren Zinssatz darstellte, welche täglich ermittelt wurde. Zusätzlich waren der Pibor in Frankreich oder der Fibor in Deutschland als nationale Referenzsätze vorhanden.

Wer legt den Euribor fest?

In erster Linie erfolgt die Festlegung durch Angebot und Nachfrage. Hierbei handelt es sich um einen Marktzins, welcher von vielen verschiedenen europäischen Banken festgelegt wird. Die Berechnung oder Festlegung des Euribors erfolgt in der Weise, dass täglich mehrere Banken befragt werden, zu welchem Zinssatz sie Geld an andere Banken verleihen, also Interbankeinlagen.

Von den davon ermittelten Zinssätzen werden die 15% höchsten und 15% niedrigsten Werte entfernt, um das Bild durch Ausreißer nicht zu verzerren. Wintersportfans sollte diese Art der Wertermittlung von der Punktevergabe beim Skispringen bekannt sein. Nun wird der Durchschnitt der übrig gebliebenen 70% gebildet und dies stellt den Euribor-Zinssatz dar. Hierbei befragte Banken sind jene, welche im Europaraum die größten Spieler am Internetbankenmarkt für kurzfristige Euro-Kredite sind.

Was schenkt dem Euribor so starke Beachtung?

Der Euribor wird so stark beachtet, weil er die Grundlage für zahlreiche abgeleitete Zinsprodukte wie zum Beispiel Geldmarkt-Futures, Swaps oder aber außerbörsliche Zinstermingeschäfte ist. Hierbei dient er oft als Vergleichswert bei Hypotheken oder Sparkonten.

Bei privaten Verbrauchern dient er oft als Leitsatz für die variable Verzinsung von Finanzprodukten. Beispielsweise liegt der Euribor häufig einer variablen Verzinsung von Bausparprodukten zugrunde. Neben einigen Vorteilen, welche variable Zinsen bei der Finanzierung eines Bauvorhabens haben, gibt es allerdings auch Risiken. Die Zinsentwicklung kann man schlecht prognostizieren, was sich bei einer Zinssteigerung negativ für den Kreditnehmer auswirken. Im Gegenzug können Kreditnehmer von günstigen Zinsen auch profitieren.

Welche Europäische Banken sind im Panel vertreten?

Ausschließlich Banken mit einer hohen Kreditwürdigkeit sind im Panel von Banken enthalten und bei der Festsetzung der Euribor-Zinssätze beteiligt. Die Europäische Bankenvereinigung legt in einem Beratungsausschuss fest, welche Banken berechtigt sind, Angaben zur Euribor-Festlegung weiterleiten zu dürfen. Von den deutschen Banken sind die Deutsche Bank und die DZ-Bank vertreten. Die meisten Banken des Banken-Panels sind im Europaraum angesiedelt.

Vergleich Euribo und Libor

Euribor und Libor stellen vergleichbare Zinssätze dar. Wie schon oben beschrieben, bezeichnet Euribor den durchschnittlichen Zinssatz, zu welchem europäische Banken sich Geld in Euro leihen. Im Vergleich hierzu bezeichnet Libor den durchschnittlichen Internetbankzinssatz, zu welchem sich Bankengruppen des Londoner Geldmarktes bereit sind, sich gegenseitig Kredite zu gewähren.