Effektivzins – Was genau ist das?

Der Effektivzins, oder auch effektive Jahreszins ist eine Kennzahl in Prozent, welche die Gesamtkosten im Kalenderjahr angibt. Sie bezieht sich auf gesamte Kreditsumme und die vollständige Laufzeit des Kredites. Hierbei sollen Kreditnehmer auf einen Blick erkennen, welche jährlichen Kosten im Rahmen einer Finanzierung auf sie zukommen wird.

Der anfänglich effektive Jahreszins beschreibt die Situation, dass sich die Kosten und die Laufzeit während des Kreditzeitraums noch ändern können. Mit der Angabe des Effektivzinses ist es möglich Kredite miteinander zu vergleichen und somit kann sich der Kreditnehmer für den Kredit entscheiden, welcher seiner Meinung nach am besten zu ihm passt. Durch die Verpflichtung durch den Staat, den effektiven Jahreszins ausweisen zu müssen, besitzt der Kunde ein Entscheidungsinstrument.

Welche Kosten fließen in den Effektivzins mit ein?

Die folgenden Faktoren bestimmen den Effektivzins: der Nominalzins, der Auszahlungskurs, die Tilgung, die Bearbeitungsgebühren sowie die Zinsfestschreibungsdauer. Die Höhe der Kreditverzinsung wird vom Nominalzins ausgewiesen. Dieser wird auch Sollzins genannt. Einfaches Beispiel hierzu: Bei einem Sollzins von 2,5% und einer Kredithöhe von 10.000 Euro sind 250 Euro im Jahr an Zinsen vom Kreditnehmer aufzubringen. Nun ist es aber nicht üblich, den Kreditbetrag in einer Summe zurück zu zahlen, sondern in monatlichen Raten. Dann muss man hergehen und die 2,5 % durch 12 Monate teilen, was wiederum 0,2083% wären. Dies ist der monatlich relativer Nominalzinssatz mit welchem die Restschuld am Ende jeder Periode zu verzinsen ist.

In der Zinsfestschreibungsdauer oder auch Zinsfestschreibungszeit wird der Sollzins zwischen dem Kreditnehmer und Kreditgeber fest vereinbart. Diese Zeiten werden sowohl in Monaten ausgedrückt, bei Konsumentenkrediten zum Beispiel oder in Jahren, was bei Baukrediten der Fall ist.

Die Höhe der tatsächlichen Auszahlungssumme wird durch den Auszahlungskurs in Prozent angegeben. Die Auszahlungssumme kann hierbei der vereinbarte Kreditbetrag oder der Kreditbetrag abzüglich Disagio sein.

Welche Kosten fließen nicht in den Effektivzins ein?

In die Berechnung des Effektivzinses fließen die Wertermittlungsgebühren, die Bereitstellungszinsen und die Kontoführungsgebühren nicht mit ein. Dies führt dazu, dass der Effektivzins kein gutes Vergleichsmittel darstellt.

Bei Baukrediten fallen die sogenannten Wertermittlungsgebühren an. Dies sind Kosten, welche für die Wertermittlung des Bauobjekts zu begleichen sind.

Bereitstellungszinsen werden immer dann fällig, wenn der Kreditgeber die Kreditsumme bis zu einem bestimmten vertraglich geregelten Termin für den Kreditnehmer bereitstellt, dieser jedoch aufgrund Verzögerungen von zum Beispiel Handwerkern nicht bis zum vertraglich vereinbarten Termin die Kreditsumme abruft. Für den Zeitraum fallen dann die sogenannten Bereitstellungszinsen an.

Auch die Bank hat Kosten für Bearbeitung und Dokumentationen. Dafür fallen dann die Kontoführungsgebühren an. Wenn dem Kunden all diese Gebühren in Rechnung gestellt werden, erhöht dies die Kreditkosten und mindern gleichzeitig den Wert des effektiven Zinssatzes. Vergleichbar sind nur Kredite, welche die gleiche Zinsfestschreibungsdauer haben.