Damnum – Was genau ist das?

Das Damnum ist der Oberbegriff für das Darlehensaufgeld (Agio) oder Darlehensabgeld (Disagio) und ermittelt sich aus der Differenz zwischen Rückzahlungsbetrag und Auszahlungsbetrag des Darlehens. Der Rückzahlungsbetrag erhöht sich um das Aufgeld, wenn ein Damnum als Darlehensaufgeld vereinbart wird. Im Gegenzug verringert das Abgeld den Auszahlungsbetrag, wenn Darlehensabgeld vereinbart wurde. Man kann also sagen, dass das Damnum wie eine Zinszahlung zu behandeln ist.

Was bedeutet ein Disagio im Bereich Kredit und Wertpapiere?

Bei Krediten oder Wertpapieren handelt es sich um den Abschlag vom Auszahlungsbetrag. Dieser ermittelt sich aus der Differenz der vertraglich festgeschriebenen Kreditsumme und der tatsächlichen Auszahlung.

Dies ist der tatsächliche Wert, um welchen zum Beispiel der Kurs eines Wertpapiers unter dem Nennwert liegt. Hier wird das Damnum auch als Disagio bezeichnet. Man könnte auch sagen, dass es sich hierbei um einen im Voraus bezahlten Zins handelt. Der Nominalzins des Kredites verringert sich somit mit steigendem Damnum.

Wie sieht die steuerliche Behandlung des Damnums aus?

Sowohl für den Darlehensnehmer als auch für den Darlehensgeber ergeben sich steuerliche Konsequenzen. Bei der steuerlichen Seite ist noch zu unterscheiden, ob es ein privater oder ein betrieblicher Kredit ist.

Privates Damnum:

Für den privaten Darlehensgeber stellt das Damnum im Jahr des Zuflusses Einkünfte aus Kapitalvermögen dar. Diese müssen natürlich versteuert werden. Der private Darlehensnehmer hat die Möglichkeit, das Damnum steuerlich abzusetzen, jedoch gilt dies nur, wenn die Erzielung von Einkünften damit in Zusammenhang steht. Im Jahr der Darlehensaufnahme sind dies dann Werbungskosten für ihn. Beispiel hierfür ist die Aufnahme des Kredites um ein Haus zu erwerben, welches aber vermietet und nicht eigen genutzt werden soll.

Betriebliches Damnum:

Hierbei werden zwei Fälle unterschieden. Zum einen bei der Gewinnermittlung durch den Betriebsvermögensvergleich und zum anderen durch die Einnahmen-Überschuss-Rechnung.

Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich

Hierbei muss ein Rechnungsabgrenzungsposten für das Damnum, welches bei Auszahlung des Kredites einbehalten wurde, gebildet werden. Entsprechend der Darlehenslaufzeit muss dieser Posten dann aufgelöst werden. Der Darlehensgeber hat einen Ertrag zu verzeichnen sprich eine Betriebseinnahme und beim Darlehensnehmer entsteht eine Betriebsausgabe.

Gewinnermittlung durch die Einnahmen-Überschuss-Rechnung

Bei dieser Art der Gewinnermittlung ist das Damnum für den Darlehensgeber eine Zinseinnahme und gehört deshalb zu den Betriebseinnahmen. Die Einnahme wird immer zu dem Datum erfasst, an welchem der Geldzufluss zu verzeichnen ist. Der Darlehensgeber kann hingegen eine sofort abzugsfähige Betriebsausgabe geltend machen. Diese ist nach dem Abflussbetrieb dann zuzuordnen, wenn das Geld ausgegeben wird.

Noch ein weiterer wichtiger Punkt in Bezug auf das Damnum. Wenn mit dem Kredit ein Wirtschaftsgut erworben wird, dann gehört das Damnum nicht zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, sondern wird den Finanzierungskosten zugeordnet.