Cap-Kredit – Was ist das?

Das Cap-Darlehen oder der Cap-Kredit ist eine Form des variablen Darlehens, dessen Zinssatz nicht fest vereinbart ist. Ein klassisches Darlehen hat eine Zinsfestschreibung von beispielsweise 10 Jahren. Beim Cap-Darlehen dagegen wird nach einem festgelegten Zeitraum von beispielsweise drei oder sechs Monaten eine Zinsanpassung vorgenommen. Hierbei erfolgt die Zinsanpassung durch die Bank nicht nach Gutdünken, vielmehr orientiert sie sich am sogenannten Euribor-Zinssatz, der maßgeblich für das Ausleihen von Geld zwischen den Banken. Eine Veröffentlichung des Euribor findet täglich statt, sodass alle Kreditkunden immer aktuell informiert sind und eine spätere Anpassung exakt nachvollzogen werden kann.

Der Begriff Cap bedeutet beim Cap-Kredit so viel wie „Obergrenze“ und demnach auch das absolute Limit, welches die anfallenden Zinsen deckelt.

Vorteil für den Kreditnehmer ist hierbei, dass sich das variable Darlehen nicht arg verteuern kann.

Über einen Cap-Kredit sollte man besonders dann nachdenken, wenn man in den folgenden Jahren von einem sinkenden Zinsniveau auf dem Kapitalmarkt ausgeht.

Cap-Kredit – Für jeden geeignet?

Grundsätzlich eignet sich der Cap-Kredit für jeden, der sich niedrige Zinsen für ein Darlehen sichern möchte und dazu aber keine Einbußen bei der Sicherheit machen möchte.

Vor- und Nachteile eines Cap-Kredites

Im Grunde genommen ist der Cap-Kredit eine sehr sichere Kreditform. Trotzdem ist der Abschluss eines Cap-Kredites mit einem gewissen Risiko verbunden. Mit Sicherheit spekulieren Sie auf sinkende Zinsen und möchten gern vom variablen Zinssatz bestmöglich profitieren. Im Fall, dass die Zinsen steigen, müssen Sie jedoch die festgesetzte Zinsobergrenze über die gesamte Laufzeit des Kredites zahlen. Vorteile bringt der Cap-Kredit also nur, wenn die Zinsen auf dem Finanzmarkt entsprechend niedrig oder zumindest stabil sind. Somit müssen Sie das Risiko in Kauf nehmen, dass sich der Zinssatz während der Laufzeit noch ändern kann. Was Sie jedoch im Vorfeld schon tun können, ist, dass Sie sich die maximale Zinsbelastung ausrechnen, welche eintreten könnte.

Sehr rentabel hingegen ist der Cap-Kredit für die Kreditnehmer, welche zum einen eine hohe Bonität nachweisen können und zum anderen den Kredit kurz- bis mittelfristig zurückzahlen können.

Ein weiterer Vorteil ist, dass bei einem Cap-Kredit keine Vorfälligkeitszinsen anfallen, sollte der Kredit vor Ende der Laufzeit komplett zurückgezahlt werden. Es ist möglich den Kredit mit einer Frist von nur drei Monaten zu kündigen und die Restschuld komplett zu zahlen, ohne dass hierbei zusätzliche Kosten anfallen.

Es gibt jedoch auch einen Nachteil bei dieser Kreditform, welchen man nicht außer Acht lassen kann. Die Provisionen und Gebühren fallen bei dieser Art des Darlehens recht hoch aus. Es ist möglich, dass diese bis zu 3% der Darlehenssumme ausmachen. Diese Zusatzkosten müssen deshalb unbedingt von vornherein schon mit eingerechnet werden.

Zusammengefasst kann man sagen, dass es ein paar Vorteile (Flexibilität, Sicherheit durch Zinsobergrenze, 3 Monate Kündigungsfrist, vollständige Zahlung ohne Vorfälligkeitszinsen), aber auch ein paar Nachteile (finanzielles Risiko trotz Zinsobergrenze, keine 100%ige finanzielle Planungssicherheit, unter Umständen alle sechs Monate neue Darlehensrate) gibt.