Basiszins – Was verstehen wir darunter?

Der Basiszins ist ein Zinssatz, den die Deutsche Bundesbank verpflichtet ist, gemäß §247 Abs. 2 BGB im Bundesanzeiger zu veröffentlichen. Dieser Zinssatz wird jeweils zum 01. Januar und 1. Juli angepasst. Ursprünglich lag der Basiszins bei 3,62 Prozent mittlerweile bei -0,88 Prozent (Stand 01. Juli 2018). Zum 01. Januar 2013 ist der Basiszins erstmals negativ und bis heute auch negativ geblieben. Für die Anpassung des Basiszinses ist die europäische Zentralbank zuständig.

Auch früher wurde schon Einfluss auf die Wirtschaft genommen. Je nach wirtschaftlicher Lage wird der Basiszins erhöht oder wieder gesenkt, er dient sozusagen als Steuerungsmittel der unserer Ökonomie. Ist zum Beispiel eine Inflation in Sicht, erhöht man den Basiszins, weil dann die Bürger eher bereit sind ihr Geld anzulegen. Damit kann gleichzeitig die Nachfrage nach Konsumgütern reduziert werden. Dies wiederum hat zur Folge, dass die Preise sinken, da sich der Preis aus Angebot und Nachfrage regelt.

Somit dient der Basiszins als Ausgangszins für alle übrigen Zinsen. Dies hat dann wiederum Einfluss auf die Kreditaufnahmen. Bei höheren Zinsen ist man eher nicht bereit einen Kredit aufzunehmen. Ebenfalls sind die Bürger eher bereit ihr Geld aufs Sparkonto zu legen, wenn man dafür höhere Zinsen bekommt. Auch hier wird das Geld nicht für den Güterkonsum verwendet.

Wo bekommt man Informationen zum aktuellen Basiszins?

In der heutigen Zeit ist es für Sie recht einfach sich über den Basiszins zu informieren. Das Internet bietet hierbei eine Tabelle, welche aufzeigt über welchen Zeitraum der Basiszins zu welcher Höhe festgeschrieben ist. Eine andere Quelle ist der Bundesanzeiger, in welchem der Basiszins veröffentlich wird.

Der Basiszins wird von der deutschen Zentralbank für die Berechnung der Verzugszinsen benötigt. Verzugszinsen werden immer dann berechnet, wenn ein Kunde seine Rechnungen nicht rechtzeitig bezahlt.

Einfluss des Basiszinses?

Mit dem Basiszins kann die Konjunktur angekurbelt oder auch gebremst werden, wie schon oben kurz beschrieben. Der Staat kann somit eine Inflation oder Deflation vermeiden oder zumindest entgegenwirken. Ist der Basiszins niedrig, ist es einfacher Immobilien zu erwerben. Bei Immobilienkäufen handelt es sich immer und Anschaffungen mit höherem Wert, also werden auch die Kredite entsprechend höhere Summe zu finanzieren haben. Mit einem niedrigen Basiszins jedoch, können diese schneller wieder abbezahlt werden. Bei Girokonto hat der Basiszins insofern Einfluss als dass die Zinsen eines in Anspruch genommenen Dispokredits entsprechend höher oder niedriger sind.

Die Wirtschaft kann somit in die eine oder in die andere Richtung gelenkt werden. Beschäftigt man sich mit diesem Thema etwa genauer, wird man die politischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge, die der Basiszins hat, erkennen.