Auslandskredit

Auslandskredit – Was verstehen wir darunter?

Ist es einem deutschen Kreditnehmer aufgrund verschiedener Gegebenheiten, wie zum Beispiel einer Vielzahl von Ratenkrediten mit erheblicher Ratenhöhe oder einem negativen Schufa-Eintrag, nicht möglich in Deutschland einen Kredit bewilligt zu bekommen, ist der Auslandskredit häufig die einzige Möglichkeit überhaupt einen Kredit zu bekommen. Umgangssprachlich nennt man diese Kredite auch „Kredit ohne Schufa“ oder den „Schweizer Kredit“. Der Auslandskredit beschreibt ein Darlehen, welches nicht von einer deutschen Bank gewährt wird, sondern im Ausland aufgenommen wird.

Der Name „Schweizer Kredit“ kam so zustande, da diese Kredite früher häufig durch Schweizer Kreditinstitute finanziert wurden. Heute ist es so, dass die Kreditvergabe über deutsche Kreditvermittler in Zusammenarbeit mit Unternehmen in Liechtenstein erfolgt. Auch wenn es nicht so klingt, ist diese Form der Kreditvergabe eine legale Form und kann somit von allen deutschen Staatsbürgern in Anspruch genommen werden, sofern alle Voraussetzungen eingehalten werden.

Ist für einen Auslandskredit eine Schufa-Anfrage notwendig?

Eine Schufa-Anfrage, welche bei der Aufnahme von Krediten sonst üblich ist, entfällt hierbei in der Regel und es erfolgt auch keine Registrierung bei der Schufa. Negative Schufa-Eintragungen können entstehen, wenn Rechnungen aus Katalogbestellungen oder Handyverträgen nicht bezahlt werden oder die Abzahlung von Krediten nicht pünktlich erfolgt. Man sollte über die Schufa wissen, dass alle Daten sämtlicher Kreditnehmer gespeichert werden, selbst wenn nur eine Rechnung nicht bezahlt wurde und eine Mahnung erfolgte.

Höchstsumme des Auslandskredits

Die Höchstsumme des Auslandskredits liegt nur bei 3.500 €, da das Kreditausfallrisiko für die Banken in diesem Fall sehr hoch ist. Weitere Voraussetzung ist, dass der Kreditnehmer den Kredit innerhalb von 40 Monaten wieder komplett zurückgezahlt hat. Der effektive Jahreszins eines solchen Darlehens liegt bei solchen schufafreien Krediten in der Regel im zweistelligen Bereich. Natürlich möchte sich das ausländische Kreditinstitut auch absichern und führt durchaus Bonitätsprüfungen durch. Hierbei läuft dies genau anderes herum als beim normalen deutschen Kredit. Der Kreditnehmer beantragt bei der Schufa eine Selbstauskunft, welche er neben der Offenlegung seiner Einkommensverhältnisse der Bank vorlegen muss. Des Weiteren muss der Kreditnehmer mindestens 18 Jahre alt sein, sein Wohnsitz muss in Deutschland liegen und muss einen gültigen unbefristeten Arbeitsvertrag vorlegen.

Weitere Varianten eines Auslandskredits

Eine weitere Form des Auslandskredits ist das Fremdwährungsdarlehen. Hierbei wird der Auslandskredit nicht in Euro, sondern in einer Fremdwährung vergeben. Auch in diesem Fall war die Schweiz hier Vorreiter. Neben der Vergabe des Darlehens in der Schweiz zu Schweizer Franken, ist auch die Vergabe in japanischen Yen, aufgrund des niedrigen Zinsniveaus sehr begehrt. Man nutzt diese Darlehen meistens zur Finanzierung von Immobilien. Vorteil hierbei ist, dass im Ausland im Vergleich zu Deutschland häufig ein niedrigeres Zinsniveau herrscht. Zusätzlicher Vorteil ist, dass Fremdwährungsdarlehen sehr flexibel gehandhabt werden und teilweise Sondertilgung ohne Kündigungen oder variable Zinsvereinbarungen möglich sind. Nicht zu verachten sind aber die Kursveränderungen der Fremdwährung, welche zu einer höheren Darlehensschuld führen können. Ebenfalls können die Zinsen steigen, was zu höheren Monatsraten führen würde.