Ausfallrisiko

Das Ausfallrisiko ist das größte externe geschäftliche Risiko, welchem Banken und Kreditinstitute im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ausgesetzt sind. Kommt ein Kreditnehmer der vertraglich vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen nicht oder nur teilweise nach, dann bezeichnet man diese Gefahr als Ausfallrisiko. Der Bank geht somit eingesetztes Kapital verloren. Zahlt der Kreditnehmer nur die Zinsbeträge nicht zurück, handelt es sich hierbei um entgangene Gewinne für das Kreditinstitut. Durch eine Verschlechterung der Bonität des Kreditnehmers steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Kredit ganz ausfällt und dass in dem Moment schon zusätzliche Kosten entstehen können. Kosten können Gebühren, Provisionen oder Zinsen wie auch die eigentliche Kredittilgung sein. Diese Kosten fallen bei Kreditnehmern mit einer guten Bonität und einem geringen Ausfallrisiko wesentlich niedriger aus, als bei Personen mit einer schlechten Bonität.

Berechnung des Ausfallrisikos

Das Ausfallrisiko wird von den Kreditinstituten anhand von verschiedenen Kriterien berechnet. In Summe bezeichnet man diese auch als Bonität. Zielsetzung hierbei ist es, die erwarteten Risikokosten zu ermitteln, welche über die sogenannte Risikoprämie in den Kreditpreis mit eingerechnet werden. Je höhe die Zahlkraft desto niedriger das Risiko, dass der Kreditnehmer nicht den Kredit nicht zurückzahlen kann. Zusätzlich kommen aber auch Kriterien, wie der persönliche Gesundheitszustand des Kreditnehmers oder risikoreiche Hobbies in Betracht, welche eine potenzielle Gefahr darstellen können. Bei der Bank werden diese Kriterien allerdings nur begrenzt bis gar nicht erfasst.

Wen betrifft das Ausfallrisiko?

In erster Linie sind hier Privatpersonen oder Banken betroffen, welche einen Kredit vergeben haben. Sobald der Kreditnehmer nicht wie vertraglich vereinbart zahlt, kann dies einen Verlust beim Kreditgeber bedeuten. Egal ob dies Banken oder Privatpersonen trifft, es bedeutet auf jeden Fall finanzielle Probleme auf deren Seite. Der Kreditgeber muss nun unter Umständen selbst die Zahlungen übernehmen. Da das Ausfallrisiko bei jeder Kreditvergabe ein wichtiger Aspekt ist, wird hierbei immer die Bonität des Kreditnehmers geprüft. Bei Firmen gibt es zwar ebenso Ausfallrisiken, diese werden aber eher durch einen Konkurs oder eine Insolvenz des Unternehmens hervorgerufen. Auch diese Faktoren werden natürlich bei der Kreditvergabe berücksichtigt.

Sonstige Hinweise

tellt der Kreditnehmer dem Kreditgeber ausreichend Sicherheiten zur Verfügung kann er von seiner Seite dazu beitragen, das Ausfallrisiko zu minimieren. Eine Bereinigung von Altschulden vor Aufnahme des Kredites kann das Risiko des Zahlungsausfalls ebenfalls beeinflussen, allerdings erfolgt hier die Umrechnung in einen Scorewert, welcher wiederum bei der Berechnung des Ausfallrisikos mit einkalkuliert wird.

JAnhand all dieser genannten Kriterien und Daten erfolgt nun die Entscheidung, ob ein Kredit zu den gegebenen Konditionen geschlossen werden kann oder ob das Risiko für den Kreditgeber hierfür zu groß ist.

Das Kreditwesengesetz (KWG) schreibt den Kreditinstituten ein qualitatives Risikomanagement sowie ein ausreichendes Eigenkapital vor, um sich gegen Kreditausfälle zu schützen.