Abzugskredit – Was ist das?

So wie Mitarbeiter bei bestimmen Automobilherstellern ein Fahrzeug zu besonderen Konditionen leasen könnten, so gibt es für Mitarbeiter von Banken und Kreditinstituten die Möglichkeit, Kredite zu anderen Konditionen zu bekommen als Personen, die nicht bei einer Bank oder einem Kreditinstitut angestellt sind. Diese besondere Form der Kredite nennt man Abzugskredit.

Definition Abzugskredit

Ein Abzugskredit wird entweder zwischen 2 verschiedenen Kreditinstituten geschlossen oder auch zwischen einem Kreditinstitut und einer Person, die in einer Verbindung mit dem Kreditgeber steht. Da dieser einer speziellen Erfassung und Behandlung im Kreditverkehr unterliegt, nimmt diese Kreditform auch eine spezielle Position im Kreditwesengesetz (KWG) ein.

Für wen sind Abzugskredite geeignet?

Die meist verbreitete Form finden wir in Unternehmen in welchem die Gesellschafter Kredit im Unternehmen aufnehmen. Die Tilgung des Kredites unterscheidet sicher hierbei von den anderen Kreditformen nicht. Kreditnehmer können verschiedene Personen sein, meist stehen diese aber in einem besonderen Verhältnis zum Kreditgeber. Ebenfalls möglich ist es für Tochterunternehmen einen Abzugskredit aufzunehmen, meistens für neue Anschaffungen im Unternehmen oder um das Eigenkapital bei einem finanziellen Engpass zu erhöhen.

Einen Abzugskredit aufnehmen bedeutet, nicht sonderlich viele Möglichkeiten zum Vergleich zu haben, wie dies bei einem herkömmlichen Kredit der Fall ist und man sich von vielen verschiedenen Kreditinstituten Angebote zum Vergleich einholen kann. Besser wird dies, wenn eine Person Gesellschafter bei mehreren Unternehmen ist und damit unter diesen Abzugskreditangeboten wählen kann.

Welche Rolle spielt die Position des Antragsstellers?

Oft ist es der Fall, dass die Position eines Kreditnehmers innerhalb des Unternehmens eine große Rolle spielt. Hier ist zum Beispiel wichtig, ob ein unbefristeter Arbeitsvertrag vorliegt und ob der Angestellte nur einen befristeten Vertrag besitzt. Als Manager hat man eine bessere Verhandlungsbasis und höhere Chancen und man muss nicht so viele Sicherheiten nachweisen, wie ein normaler Angestellter.

Rechtlich gesehen darf es jedoch keine Bevorzugung von einzelnen Personen geben, sondern alle müssen die gleichen Chancen auf Vergabe eines Abzugskredites bekommen. Im KWG ist eindeutig geregelt, unter welchen Bedingungen ein Abzugskredit gewährt wird.

Welche Daten des Abzugskredites werden an die BaFin gemeldet?

Gesetzlich geregelt ist die Vergaberegelung und die Anzeigepflicht bei einem Abzugskredit. Die folgenden Daten müssen deshalb an die BaFin gemeldet werden:

  • Die zentralen Daten des Unternehmens sowie der Abzugskreditnehmer
  • Einzelheiten zu den eingebrachten Sicherheiten auf der Seite der Kreditnehmer
  • Die vereinbarten Zinssätze
  • Den finanziellen Rahmen des Abzugskredits
  • Die Laufzeit und jährlichen Effektivzinssätze
  • Ob Sondertilgungen vereinbart wurden und zu welchen Konditionen
  • Gebühren bei einer vorzeitigen Darlehensablösung

Durch die Angabe der meldepflichtigen Daten behält der Staat die Übersicht über die Vergabe von Krediten innerhalb der Kreditbranche und kann somit kontrollieren, ob das Verhältnis der vergebenen Darlehen in Relation zur Eigenkapitalquote steht.