Absetzen von der Steuer

Was heißt „Das können Sie von der Steuer Absetzen“?

Sie kommt jedes Jahr aufs Neue: Die Steuererklärung. Der Eine macht diese gern, der andere hat jedes Jahr Horror davor.

Aber warum? Sie können doch so viel „von der Steuer absetzen!“. Aber was bedeutet dies genau?

Bevor man eine Steuererklärung macht und diese dem Finanzamt einreicht, muss man im vergangenen Jahr erst einmal Steuern gezahlt haben. Ohne Steuern gezahlt zu haben, kann man auch nichts „von der Steuer absetzen“. Was bedeutet dies nun genau? Jeder Arbeitnehmer oder auch Selbständige und Unternehmen müssen bezogen auf die Einnahmen eines Kalenderjahres einen bestimmen Satz ein Steuern an den Staat entrichten. Die weiteren Ausführungen beziehen sich auf eine Person im Angestelltenverhältnis, unterscheiden sich aber grundsätzlich nicht von denen der Selbständigen und Unternehmen.

Ein Angestellter bekommt vom Arbeitgeber automatisch jeden Monat seine Lohnsteuer, Kirchensteuer, den Solidaritätsbeitrag und weitere Abgaben automatisch abgezogen. Im Lohnsteuerjahresausgleich wird nun geschaut, ob der Arbeitgeber zu viel von Lohnsteuer, Kirchensteuer und Solidaritätsbeitrag einbehalten hat oder zu wenig.

Wie funktioniert das „von der Steuer absetzen“?

In der Einkommensteuererklärung dokumentiert der Arbeitnehmer alle Einnahmen, welche er im vergangenen Kalenderjahr hatte. Ebenfalls werden alle Ausgaben gelistet, welche im gleichen Kalenderjahr angefallen sind. Der Finanzbeamte prüft die Einnahmen und Ausgaben auf Richtigkeit und stellt die bereits durch den Arbeitgeber abgeführte Steuer dem ins Verhältnis. Das bedeutet, dass die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben korrekt versteuert werden muss. Durch die Erhöhung der Ausgaben kann die Steuerlast reduziert werden. Hierbei können allerdings nur geschäftliche / berufsbedingte Ausgaben, vereinzelt auch private Ausgaben geltend gemacht werden. Diese bezeichnet mal als die sogenannten „absetzbaren Kosten“, welche die Steuerlast beeinflussen.

Was zählt zu den absetzbaren Kosten?

Absetzbare Kosten untergliedern sich in Werbungsausgaben, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen. Werbungskosten entstehen berufsbedingt oder aufgrund von Fortbildungen. Dies können unter anderem die Fahrten von der Wohnung zur Arbeitsstätte sein, Arbeitskleidung, welche nicht vom Arbeitgeber gestellt und bezahlt wird, Aufwendungen für Bewerbungen oder Kosten für Weiterbildungen. Sonderausgaben können zum Beispiel Spenden, Schulgelder, Unterhaltszahlungen an einen geschiedenen Ehepartner, Versicherungsbeiträge und die gezahlte Kirchensteuer sein. Als außergewöhnliche Belastungen bezeichnet man Aufwendungen für Krankheitskosten, Kurkosten, Kosten für Handwerker oder haushaltsnahe Aufwendungen.

Wie erstellt man seine Steuererklärung?

Es gibt diverse Programme, in welchem man neben allgemeinen Daten zur Person alle Einnahmen und Ausgaben eingeben kann und das Programm errechnet dann die Steuerlast. Auch das Finanzamt arbeitet mit einem Programm, welches Elster genannt wird. Dieses und auch alle anderen Programme werden jedes Jahr mit den steuerlichen Änderungen aktualisiert, sodass immer die aktuellen steuerrechtlichen Vorschriften die Grundlage bilden. Es müssen keine komplizierten Formulare mehr ausgefüllt werden, es kostet weniger Zeit und berücksichtigt automatisch alle Pauschalen und Freibeträge.

Was müssen Sie beachten?

Es können nur Ausgaben geltend gemacht werden, für welche Sie auch die notwendigen Belege vorweisen können. Jeder Bürger hat das Recht das Absetzen von Steuern durch die Abgabe der Steuererklärung geltend zu machen. In manchen Fällen ist es ratsam einen Steuerberater zu nehmen, da es hin und wieder doch sehr komplexe Steuerfälle gibt und nicht jeder die genaue Begriffsbezeichnung und -bedeutung kennt. Das Steuerrecht enthält klare Richtlinien und Vorgaben und an diese muss sich das Finanzamt halten.